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WaS sollte Bruno jetzt thun? Daß seine Schwester sich über sein Wiedererscheinen freuen würde, war nach dem, was er hörte, nicht anzunehmen. Der alte Diener wußte von der Sage, Bruno werde von einer Wasserfee behütet und dereinst auf dem Wasser angeschwommen kommen, er hatte auch gehört, daß kein Fluß, kein Bach die Herrschaft Steinwalde berührte, den nicht Ercellenz Misia genau be­wachen ließ; also fürchteten sie noch immer sein Kommen. Der gute, aufrichtige Bruno wußte sich keinen Rath, er fühlte nur, entweder müsse er gleich umkehren und dem Erbe seiner Vater für immer entsagen, oder sich verstellen. Sein sehnlichster Wunsch war, seine Schwester zu sehen und zu sprechen, er konnte sich gar nicht vorstellen, daß sie wirklich so schlimm sei, alö man sie schilderte. Die böse, falsche Katze stand ihm auch dabei sehr im Wege. Er be­durfte mehr alö je Frau Lilienö Rath, erkundigte sich bei dem alten Diener genau nach dem nächsten Bache, und be­gab sich bei einbrechender Dunkelheit dorthin. Er legte sich anS Ufer, warf eine LilicnknoSpe inöWaffer und sprach: Geh, Büchlein, zur Lilie hin, sag' ihr, wie traurig ich bin, v bringe sie hergetragcn, ich muß um Rath sie fragen." ES währte nicht lange, da kam die Lilie angeschwommen und flüsterte:Nun sage geschwind, waö willst Du, mein Kind?" Bruno erzählte ihr Alles und fragte dann be­trübt:Ach liebe Mutter Lilie, was soll ich nun begin­nen?" Frau Lilie wiegte ihr Haupt, besann sich kurze