men, auch wohl nicht an Ordnung gewöhnt waren, und da­her nicht so für ihre Kinder sorgten, als eigentlich nö­thig gewesen wäre. Darum kamen recht oft welche von den NachbarSkindcrn in Martha'S Küche und baten:Ach, liebe Mutter Martha, uns hungert," oderunö friert." Wenn sie nun schmußig aussahen, so mußten sie sich erst waschen, seit sie aber wußten, Mutter Martha könne keine schmutzige Kinder leiden, thaten sie das vorher, und zeigten sich ihr nur mit rothgeriebcnen, glänzenden Gesichtern und Händen. Dann mußte Lehnchen sie in die Stube führen; da hob Vater Franz sie auf die Bank vor dem Tisch, und bald setzte Mutter Martha einen großen, großen Napf dar­auf, der Suppe und Gemüse zusammen enthielt, und worin ein Stück Fleisch für Vater Franz schwamm. war im­mer so viel, daß Alle reichlich satt wurden. Nach Tische gingen alle Kinder, auch klein Lehnchen, zu Vater Franz und Mutter Martha, machten einen Diener oder einen Knir, reichten die Hand und sagten: danke schön! Die nun vorher gesagt hatten: unö friert, führte Frau Martha jetzt in die Schlafkammer und zog ihnen warme Strümpfe an, oder ein Hemd, oder eine Jacke, oder ein Röckchen, kurz, was ihnen am meisten fehlte. Da war es wohl kein Wun­der, daß Alle diese gute Mutter Martha und ihren Mann sehr lieb hatten und sich bemühten, ihr zu Gefallen recht artig zu sein. Franz und Martha hatten von früh bis spät viel zu viel in Haus und Garten zu thun, um immer