9
traf, hatte daher ihren vollkommenen Beifall; sie war überzeugt, daß diese Heirath seine Lebensweise regelmäßig und solide machen, und fein Gemüth gänzlich auf irgend einen nützlichen Zweck richten werde. AIs sie die jungen Leute nach der Hochzeit besuchte, hatte sie ihre große Freude an ihnen gehabt, und sie war sehr begierig zu sehen, wie es ihnen jetzt gehe. Die Bemerkungen, die sie jedoch zu machen hatte, fielen nicht immer zu ihrer Freude aus. Obgleich von keiner groben Abweichung von dem Wege der Pflicht die Rede seyn konnte, kam es ihr doch vor, als reiße eine Sorglosigkeit und Trägheit des Gemüths ein, eine Stimmung, welche freilich nur zn oft ein ununterbrochenes Glück begleitet, und welche für die Religion von dem ungünstigsten Einfluß ist und gröbere» Abweichungen von der Pflicht den Weg bahnt. —Wenn dieSchildwache nicht auf ihrem Posten ist, wird sie nur zu leicht vom Feinde überrumpelt.
Am Morgen der Taufe, als der Täufling in dem Zimmer war, wo Lady Sevmonr und die Eltern auf die Ankunft des übrigen Theils der Gesellschaft warteten, nahm sie das Kind von den Armen der Amme, schickte diese weg und sagte zu Karl: „Ich könnte beinahe glauben, dieß sei mein kleiner Arthur— hier hielt sie inne, blickte auf Sophie und Karl, und fuhr dann fort: „wie glücklich seid ihr, meine jungen Freunde, daß ihr euch einander angehöret und ein soüiebesKind habt; erinnert euch aber auch daran, wie leicht ihr euer gegenwärtiges Glück verlieren könnet, und daß, wenn ihr die Hand vergesset, die euch das Kind gegeben hat, es gewiß von euch genommen werden wird. Wie gar oft geschieht es, daß unser Glück verloren

