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den. Als er noch lebte, war Alles solide und schlicht, und dennoch nicht geschmacklos. Nun war Alles umgekehrt! — eine trübselige Mischung von Armuth undGrvßthuerei zeigte sich überall im Hause; ebenso war in Allem, was man veranstaltete, eine Mischung von üppigem Aufwand und dabei dennoch Mangel an Anständigkeit und Bequemlichkeit sichtbar. Unbezahlte Rechnungen, glänzendes Geräthe, Diener, welche an Bezahlung ihres Lohnes mahnten, und kostspielige Pferde und Wagen, Vernachlässigung der Angelegenheiten außer dem Hause und Verwirrung innerhalb desselben — so fand es Sophie in allen Stücken ihres, durch Karl zerrütteten Hauswesens, und so sah sie jede Anstrengung zu sparen, zu nichte gemacht. Eine einzige Gesellschaft, die ihr Mann gab, namentlich wenn theure Weine getrunken wurden und hohes Spiel dazu kam, verzehrte in Einem Tage die Frucht ihrer monatlangen Sparsamkeit. Mahnende Gläubiger erschienen nun vor jeder Thür, statt daß sonst nur Arme sich die Gaben der Güte geholt hatten.
Einige besondere Umstände hatten zusammen dazu beigetragen, alle diese Dinge Sophien diesen Morgen vor die Seele zu rufen, und als sie aufihrem Zimmer war, wo sie noch vor Ankunft der Gäste ihre Kleider wechseln wollte, warf sie sich in einen Stuhl und ließ in tiefem, schweigendem Schmerz ihren Thränen freien Lauf. Sie wußte kaum, was sie that, aber aus einer Gewohnheit, welche sich anzueignen für den Menschen so wichtig ist, nahm sie zuletzt ihre Bibel zur Hand, und wie durch Zufall oder himmlische Fügung fielen ihr folgende tröstende Verse in die Augen: „Sorget für nichts- sondern in jeglichem

