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eine ungeregelte Lebensart geschwächt war, hatte einen SchlagansaU zur Folge, und so verzehrte ein frühzeitiges Greisenalter seine Jugend und seine Stärke, und unter­grub allmählig seine Lebenskraft.

Dieser unglückliche Zufall hatte Karin gerade im Augen­blick getroffen, da er am eifrigsten der Sünde ergeben zu seyn schien. Jenes Jagdpferd hatte er sehr theuer gekaufk und zwar mitGeldern, welche für dieBezahlung derNeu- jahrsrechnungen bestimmt gewesen waren; er hatte sich im­mer tiefer mit Leuten von schlechtem Charakter und genuß­süchtiger Lebensweise eingelassen, und seine Unzufriedenheit mit sich selbst und mit Allem, was ihn umgab, begann schon, sich in unfreundlichen Reden und ungerechten Handlungen gegen die treue, sanfte SophieLufkzu machen. Unterdeß war jedoch sein Gewissen keineswegs eingeschlafen, es hatte von Zeit zu Zeit ihm durch seine Vorwürfe alle Vergnügungen verbittert. Hieraus folgte denn, als er wieder zur Besin­nung kam, ein bitteres Gefühl seiner Thorheit und seiner Schuld, das mehr und mehr in ihm erwachte, je deutlicher er sich seinen Zustand wieder denken konnte.

Als er zuerst an Sophien wieder dachte, kehrte ihm mit dem Gedächtniß eine außerordentlich schmerzhafte Empfin­dung zurück, er habe sie beleidigt, eine Empfindung, welche er nicht ausdrücken konnte. Er nannte sie bei ihrem Namen und blickte auf sie mit einem Ausdruck im Gesichte, bei des­sen Anblick sie in einen Strom von Thränen ausbrach, wäh­rend dennoch die Freude über seine wiederkehrende Besin­nung den wärmsten Dank in ihrem Busen erweckte.