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reichste Mann in seiner Geburtsstadt. Er erinnerte sich mit allem Danke, wie viel er Herrn Stevens schuldig war, der letztere weigerte sich aber auf's bestimmteste, irgend einen Beweis seiner Erkenntlichkeit anzunehmen, nur auf dem Todtenbette empfahl er seinen Sohn An­ton Wilhelmen, der sich glücklich fühlte, durch die gewis­senhafteste Sorgfalt für den Knaben die großen Wohltha­ten zu lohnen, die er von dessen Vater empfangen hatte. Der kleine Anton wurde in seinem Hause erzogen, zusam­men mit seinem eigenen Sohn Eduard, welcher mit je­nem von gleichem Alter war. Wilhelm bestand strenge darauf, daß zwischen den beiden Knaben auch nicht der ge­ringste Unterschied gemacht werden sollte; aber die Müt­ter besitzen gar selten Kpast genug, um solche Befehle zu befolgen, wenn sie auch den besten Willen dazu haben.

Emilie nahm sich Anfangs sehr in Acht, ihrem Sohn Eduard keinen sichtbaren Vorzug zu zeigen, nach und nach wurde aber ihre mütterliche Eifersucht rege: jeder­mann fand Anton liebenswürdiger als Eduard, und darin hatte jedermann Recht. Durch ihre Mutterliebe verblen­det, verderbte sie Eduard gänzlich, indem sie seine Fehler verbarg und seine schlimmen Seiten bemäntelte. Das Unrecht, das er aus Bosheit that, sah sie als unschuldi­gen Muthwillcn an, und die abscheulichsten Streiche wa­ren in ihren Augen nur jugendliche Tollheiten. Je stren­ger sie dagegen Anton behandelte, desto mehr nahm sich dieser in Acht, einen Fehler zu machen, und der Unter­schied zwischen den beiden Knaben wurde bald so auf­fallend, daß eines Tags Herr Wilhelm in einem Anflug von übler Laune gerade heraus erklärte, er möchte lieber