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Anton zum Kinde haben, als seinen eigenen Sohn. Dies« im Aerger gesprochenen Worte, deren ganze Bedeutung er gar nicht bedachte, verwundeten Emiliens Herz, und veranlaßten sie zu einer unverdienten Härte gegen den kleinen Liebling ihres Gatten. Herr Wilhelm jedoch erfuhr nie Etwas davon, weil Anton Alles mit stiller Geduld ertrug.
Aus den Gewohnheiten, die man in der Jugend annimmt, entstehen eine Menge von Lastern, welche durch etwas Aufmerksamkeit von Seilen der Eltern oder Lehrer leicht vermieden werden könnten. Was aber die gewissenhafteste Aufmerksamkeit und Wachsamkeit erfordert, ist die entsetzliche Gewohnheit, die Wahrheit zu verletzen- Gleich einem fressenden Wurm zerstört diese Gewohnheit allen Keim der Tugend. Ein Lügner ist die Geißel der Gesellschaft; er ist gefürchtet von den Seinen, verachtet von fremden Leuten, und vermieden wie ein von der Pest Angesteckter. So bald Herr Wilhelm diese fehlerhafte Neigung bei seinem Sohne bemerkte, fing er an, sie im Ernst zu bekämpfen, denn leider hatte Eduard sich ihr wirklich ergeben, zuerst aus falscher Scham, um einen Fehler zu entschuldigen, dann aber aus kindischer Eitelkeit, um für witzig zu gelten. Sein Vater versuchte nun ihn durch das Ehrgefühl davon abwendig zu machen, und ihn zu beschämen, wobei er ihm Anton als ein Muster der Wahrhaftigkeit vor Augen stellte, so oft er ihn auf einer Lüge ertappte. Bald aber war er genöthigt, strengere Maßregeln zu ergreifen. Er stellte dem jungen Lügner vor, daß jede falsche Aussage mehr oder weniger ernste Fol-
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