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wurde ihr nicht schwer, für einen Rothleidenden jedes Vergnügen, jede Freude aufzuopfern; denn das Vergnügen, ihn erquickt zu haben, über­wog in ihrem Herzen jede andere Lust. Gern hätte sie sich hungrig zu Bette gelegt, um einen Dürftige» zu speisen, das beste Kleid hingegeben, einen Entblößten zu kleiden. An den nöthigen Mitteln, ihre Liebe zum Gutesthun zu befrie­digen, ließen es die Leitern nie fehlen. Siehst Du wohl, sagte der Amtmann Börner bisweilen zu seiner Gattin, daß der Himmel uns durch das lebende Kind das ersetzen will, was er uns durch die Verstorbenen nahm? Wer weis, ob sie alle da« durch die Kunst der Erziehung ge­worden wären, was Louise ohn« sie v»n Na­tur ist.

Seit ihrem achten Jahre war sie der wohl­thuende Engel eines alten, blinden, frommen Mannes, dem ihr Vater in dem Dorfe ein Stübchen anwies. Der Greis wäre vielleicht bald vom Mangel und allerlei Roth aufgerieben wor­den, wenn sich das gute Kind seiner nicht so zärtlich annahm. Durch Bitten vermochte sie die leicht bewegten Aeltern, daß sie täglich die-