-7
mir den Vater nahmst, laß mir nur die Mutter, und ich will mit dem dankbarsten Herzen deine Güte verehren.
Eine unerklärbäre Herzensbeängstigung, die sie überfiel, wenn sie bei der Mutter war, die sie zu keinem Worte kommen ließ, ihre Thränen und Seufzer, die die Mutter noch trauriger zu . machen schienen, legte ihr die Pflicht auf, sich von derselben möglichst entfernt zu halten» Daß ganze Wesen der gebeugten Mutter kam ihr auch völlig uncrklärbar vor. Sie sprach keine Sylbe mit ihr» drückte sie nicht an ihr Herz und betrachtete sie als ein ihr ganz fremdes Wesen.
Die gute Frau hatte ihr Theuerstes auf der Welt, einen Gatten verloren, an dem sie mit ganzer Seele hing, und sein Tod erschütterte sie so sehr, daß sie an das, wak ihr noch übrig war, um ihren Schmerz zu mildern, gar nicht Lachte.
Louise konnte es der armen Mutter nicht verdenken, daß sie so niedergeschlagen war; aber es that ihr doch herzlich weh, daß die Mutter

