45
sie heute ihr Her, einer Freude ässnete, der er seit mehrern Wochen ganz verschlossen war.
Mit ejnrm Gesichte, in dem das beglückende Gefühl, dem Leidenden wohlzuthun, glänzt, wo sich das ganze Wesen des Menschen in die selige Empfindung aufläßt, die das Bewußtseyn gewährt, den Kümmernden zu beruhigen, wo wir so recht eigentlich das Ebenbild Gottes an uns tragen, erschien sie vor dem Bette des blinden Greises. Die Freude über ihre Wieder« erscheinuug gab seiner Stimme Kraft, es war ihm so, als ob ein junges, neues Leben durch alle seine Nerven ströhmke. Rasch richtete er sich auf und sagte: ich weiß es aus langer Erfahrung, daß du nie lange auf dich warten lässest, wenn du mir Gutes erweisen willst. — Ach! lieber, lieber Vater, erwiederte sie, ich komme mit weit beruhigterm Herzen zu tue, als ich dich verließ. Ich wäre früher gekommen, aber denke dir, ich fand meine Mutter i» dem Garten, sie suchte mich, und als ich zu ihr kam, war sie so stark, daß sie mich tröstete. Kann ich der unsichtbaren Güte, die ihren Schmerz gelindert hat, genug danken? Gott ist eS, der

