76
ksnkst hatte «ine heitere Seelenstimmung bei allem Ernste, der in ihrem Wesen lag. Keine Leide n schift Jährte den Frieden ihres Herzens» DaS Bewußtseyn ihres edlen WirkenS, der Herr» liehe Zweck ihrer Thätigkeit war für sie ermunternd. Sie blühte wie eine Rase, und alle Züge weiblicher Schönheit entwickelten sich mehr und mehr. Ihr Gesicht war der Spiegel einer reinen, unschuldigen, lasterfreien Seele. Es schwärmten in ihrem Kopfe mit Romavenideen umher, die sie beunruhigten. So munter und selbstzufrieden sie am Morgen ausstand, legte sie sich auch am Abend in die Arme des Schlafs. Ihre vorzüglichste Freude war das ununterbrochene Wohlwollen der Mutter, die zwar immer noch die Spuren des erlittenen Schmerzes in ihrem Herzen trug, ihn oft durch Worte äußerte, die aber durch die vielfachen Beweise der Güte GotteL endlich doch zur Ruhe, Stille und Ergebenheit in seine Schickungen gestimmt wurde. Sie glaubte, daß jeder Verlust durch den Besitz einer solchen Tochter, wie Louise war, reichlich ersetzt sey. Friederike war gegen Louisen die Liebe und Gefälligkeit selbst. Sie hatte mehrere Vorschläge, sich zu verheirakhen, aber da

