82

hatte keine Reize für mich, und ich würde ei als eine Güte der Gottheit angesehen haben, wenn sie mir ein Geschenk, das die lebende Welt «lS das Theuerste betrachtet, waS sie auch mir gab, in meinem zwölften Jahre wieder abge- ' federt hätte.

Aber, liebe Louise, wenn ich meine spätern Schicksale überdenke, so mußte diese Leidens» schule vorangehn, um mich auf Ereignisse vor» zubereiten, die micb, wenn ich in meiner Ju­gend ein Kind des Glücks gewesen wäre, zu Bo­den geschlagen hätten. Mein Vater und Bruder haben mir, ohne daß sie die Absicht hatten, Dienste erwiesen, für die ich ihnen gar nicht ge­nug danken kann. Sie haben den ersten Grund zu einem Muthe in meiner Seele gelegt, der mich über alle Wetter des Misgeschicks erhob, die in spätern Zeiten auf mich einstürmten. Zu welcher Selbstverläugnung mußte ich mich in ei­nem Alter zwingen, wo andere Kinder ihren Launen den Zügel schieße» lassen! Welche Kräfte wurden in mir geweckt und geübt, die wir oft nur zu spät kennen und selten richtig gebrauchen lernen! O! er bleibt ein ausgemachter Satz,