133

auch nicht vergeblich, es stirbt ja nicht jeder Kranke.

Cottisc umarmte die Mutter in trostloser Verzweiflung und rief einmal über das andere aus: Gort, laß mich sterbe», ich ertrage den Schmerz nicht, sie leiden zu sehn! Sie weckte sogleich die Magde und bat diese, so lange bei der Mutter zu bleiben, bis sie wieder käme. Mit schwcrverwundctem Herzen eilte sie, leicht angezogen, in der kalten, dunklen Nacht, wo in den verschiedenen Krankenhäusern Lichter brann­ten, zu Fricdeciken, klopfte sie aus dem Bette und bat sie um Gottes willen, ihren Mann zu vermögen, daß er sogleich nach der, eine Meile entlegenen Stadt fahren, den Doktor Berthes holen sollte, weil ihre Mutter todrkrank sey... Arme, unglückliche Louise, sagte Fricderik« mit bewegter Stimme, so muß auch sie das allge­meine Unglück treffen? Ach! wenn wir die gut« Mutter nur nicht verlieren! Mein Mann soll sogleich aufstehn, fortfahren. Eh der Morgen graut, ist der Doktor hier. 2ch will mich rasch anziehn und zu Ihnen kommen, ich lasse Sie nicht allein.