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für die lateinische Gramatik, Mathematik und dergleichen fremdartige Dinge bezeigten, welchen Unterricht auch Marie mit ihren Brudern getheilt: desto aufmerksamer lauschte sie Herrn Möllers Erzählungen aus dem Reich der Natur, seinen Beschreibungen der Länder, Städte, Berge und Flüße, seinen Berichten aus der Vorzeit. Und war auch früher der Geist der Eintracht, wie es bei lebhaften Kindern häufig der Fall, dann und wann auf Augenblicke aus dem kleinen Kreise gewichen; hatten sie sich sonst zuweilen geneckt und ihre gegenseitigen Schwachen aus Licht gezogen: so schien jetzt dagegen eine unzerstör­bare Harmonie eingetreten. Ein Jeder sprach, ohne ausgelacht oder ausgespottet zu werden, seine Lieblingswünsche und Neigungen aus, und Herr Möller lernte erst jetzt manche Eigenthümlichkeit, manches Charakteristische seiner Zöglinge kennen, die im gewöhnlichen Lauf des Lebens nicht hervorgetreten waren.

Endlich brach der glückliche Tag der Abreise an. Marie hatte schon drei Nachte vorher nicht ordentlich geschlafen, wenigstens sechs Mal von ihrer kleinen Freundin, der Pachterstochter, Abschied ge­nommen, und ihr die längsten, lustigsten, unterhaltendsten Briefe zu schreiben versprochen. Carl brachte noch im letzten Augenblick einen großen Stoß Papier für seine Tagebücher und Zeichnungen, und einige alte Folianten aus des Vaters Bibliothek zum Einpacken her­beigeschleppt, vergaß aber Federn und Bleistift zu sich zu stecken. Theodor blieb auch in der höchsten Freude und Erwartung ruhig und besonnen, half die nöthigen Anordnungen treffen und bewies hier wie überall einen ernsten, frühreifen Sinn.

Ehe die Pferde noch angespannt waren, saß Marie schon mit hochglühendcn Wangen im Wagen, Vater und Geschwister laut ru­fend und zur Abreise antreibend. Jetzt schwang sich endlich der alte Kutscher auf den Bock, die Pferde flogen durch die wohlbekannte Pappelallee, und der Freiherr sagte mit ernstem Ton, indem er noch