auch in ihrer Erwartung nicht getauscht. Ueberhaupt bot das Na- turaliencabinet sehr viel Seltnes und Merkwürdiges, eine schöne Sammlung von Vögeln und Versteinerungen, und eine unschätzbare Sammlung vieler, der jetzigen Welt ganz unbekannter Thiergebeine, die fast alle im Darmstadtschen gefunden worden sind. Außerdem gab es noch manche Merkwürdigkeit zu schauen und zu bewundern, als die in mehreren Sälen aufgestellten Waffen aller Art, eine Trachtensammlung verschiedener indischer Völker, Perser, Chinesen und Türken u. s. w. Aber das größte Interesse erregten die in Italien vortrefflich gearbeiteten Nachbildungen der merkwürdigsten römischen Ruinen, die auf langen Tafeln aufgestellt waren. Hier gab es ein Coliseum *), ein Pantheon **) und noch viele andere merkwürdige Ueberreste jener alten wunderbaren Zeit in Korkholz nachgeahmt, an welchen die Kinder so viel Interesse nahmen, daß der gefällige Aufseher schon lange über die bestimmte» Zeit mit ihnen dabei verweilt hatte, ehe sie daran dachten sich von diesen Herrlichkeiten zu trennen.
Carls sehnsüchtiges Verlangen ins Theater zu gehen und ein lustiges Stück oder eine glänzende Oper zu sehen, konnte in Darmstadt noch nicht befriedigt werden, da das dortige, sonst so berühmte Theater eingegangen ist, und das schöne Opernhaus nur dann und wann zu großen Concerten benutzt wird. Dagegen fanden er und Mariechcn sehr viel Wohlgefallen an einem Glockenspiel auf dem Schloßdache, welches jede Viertelstunde ein Stückchen spielt.
Der sechsstündige Weg von Darmftadt nach Frankfurt gehört zu den langweiligsten dieser sonst so reichen Gegend, weshalb die Kinder, nachdem sie hiervon Kunde erhalten, Herrn Möller den
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, Coliseum, das große Amphitheater zu Rom, das großartigste alt« römische Baudenkmal, noch in seinen Ruinen ehrwüdig.
**) Pantheon, Tempel zu Rom, allen Götter» geweiht.
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