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Kaub an, und ließen sich eine Erfrischung wohl schmecken. Dann bestiegen sie ihren Nachen und fuhren durch die schönsten Felsenpar- tieen an dem freundlichen Städtchen Oberwesel, der ehemaligen Römerftadt Vesalia, wo das Christenthum schon unter Kaiser Alexan­der Severus geblüht haben soll, mit seiner malerischen Ruine Schön- berg vorüber. Diese verdankt ihren Namen sieben wunderschönen Schwestern, die hier lebten und allen Rittern in der Nähe und Ferne Kops und Herz verrückten; dabei aber so stolz und spröde waren, daß sie in sieben Felsen verwandelt wurden, welche unterhalb Wesel bei seichtem Wasier aus dem Rhein hervorragen, und die sieben Jungfrauen heißen. Das Thal verengt sich immer mehr und mehr; die Ufer sind unangebaut, rechts und links steigen zwei kahle Fels­wände aus der dunkelgrünen Fluth, und werfen finstere Schatten über den Strom. Hier in dieser einsamen Wüste soll der fromme Einsiedler Goar gelebt und die armen Fischer unterrichtet haben. Ein wunderbarer, gleichsam in den Fluß vorgeschobener Felsen kün­det sich nun dem Auge und Ohr als der berühmte Lurleyfelscn an. Dem Ohr, weil jeder Ruf der Vorüberschiffenden sich 15 Mal wie­derholt. Am deutlichsten ertönt dieser Wiederhall auf der Mitte des Stroms und am linken Ufer. Die Schiffer unterlassen niemals, ihre Stimme an dieser Stelle mächtig zu erheben, und die hocher­freuten Kinder schrieen mit ihnen um die Wette. Mariechen beson­ders rief das tollste, unsinnigste Zeug in die Welt hinein, über dessen vielfache Wiederholung sie sich halb todt lachen wollte. Carl ließ sich beim Lurleyfelsen poetisch vernehmen, und recitirle folgendes Ge­dicht, was er zu diesem Zweck mitgenommen und am Abend vorher auswendig gelernt hatte: