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das seit mehreren Jahren in einen stattlichen Gasthof verwandelt und kürzlich in einer Lotterie ausgespielt worden ist.

Von dem hohen Felsen zur Linken blicken die Rumen von Ro- landseck düster hinab; am Fuße des Felsens liegt ein Wirthshaus und hier sollte das Mittagsmahl eingenommen werden.

Schon in Fahrenbach hatte Herr Möller seinen Zöglingen von Rolandseck und Nonnenwerth erzählt, ihnen Schillers Ballade, Rit­ter Toggenburg, vorgelesen und sie darauf vorbereitet, den vom Dich­ter in die Schweiz verlegten Schauplatz am Rhein zu finden. Carl wußte die ganze Ballade auswendig und zürnte dem Dichter, der nicht allein Namen und Wohnort der Hauptpersonen verändert, son­dern auch die Legende in so fern umgestaltet, daß er den armen Roland gleich anfangs nur treue Schwesterliebe bei der theuren Hil- degund finden lassen, da doch die bekannte Sage berichtet, daß sie ihren Ritter eben so heiß geliebt wie er sie, und nur aus Verzweif­lung über die Nachricht seines ruhmvollen Todes auf dem Schlacht­feld den Nonnenschleier nach abgekürzstem Probejahr genommen. Mariechen, deren Gedächtniß schwächer als das der Knaben war, hatte die früher gehörte Ballade längst wieder vergessen und ver­langte nun Angesichts Nonnenwerths eine Wiederholung, der sich je­doch Carl für den Augenblick widersetzte, indem er meinte, daß sie auf der Ruine Rolandseck deklamirt weit größere Wirkung hervor­bringen würde.

An der ziemlich zahlreichen tabls 6 Kots hatte der Freiherr die unerwartete Freude, seinen in Hochheim vergebens aufgesuchten Freund, von Cöln zurückkehrend, zu finden. Ein fröhliches Wieder­sehen nach Jahre langer Trennung! Regierungsrath Adam, so hieß der Fremde, war zwar entschlossen gewesen, noch denselben Nachmit­tag nach Coblenz zu gehen; des Frecherm Erscheinung änderte jedoch seinen Plan; und obgleich er erst auf der Hinreise einen halben Tag I. 6