verweilt, Nolandseck und Nonnenwerth zu besehen, ließ er sich doch leicht bereden, diese schönen Punkte in Gesellschaft des Freundes noch ein Mal zu besuchen. Wahrend sie nun, die jüngste Vergangenheit besprechend, noch bei einer Flasche Wein traulich beisammen saßen, ging die erwartungsvolle Jugend einstweilen mit Herrn Möller voraus, und hatten schon eine halbe Stunde bei der Ruine geruht, ehe der Papa mit dem Freund nachkam. So gewann denn Carl Zeit, gegen das reizende Nonnenwerth gewendet, seine Ballade herzusagen und eine kleine Zeichnung zu entwerfen, welche die Nonne im Kloster am Fenster stehend, den Ritter sie von der Burg beobachtend, darstellte.
Die Aussicht auf das gegenüberliegende Siebengebirg fesselte den Freiherrn noch einige Zeit, dann wurde der Rückzug angetreten, um
noch nach Nonnenwerth hinüber zu fahren. Beide Freunde hatten
die Weiterreise auf den folgenden Morgen verschoben, um den Abend noch ungestört zusammen zu verleben.
Das ehemalige Kloster nimmt mit den es ungebenden Garten die ganze Insel ein. Vor mehreren Jahren zog der Reiz der Neuheit viele Gaste nach Nonnenwerth, sowohl aus der nächsten Umge
bung, die das schöne, elegante Wirthshaus als Ziel einer Lust- und Spazierfahrt betrachtete, als auch aus weiterer Ferne um sich dort längere Zeit anzusiedeln.. Doch fast scheint es, als ob die früher hier hausenden Nonnen in ihrer Entrüstung über die Entweihung des heiligen Orts einen Bannspruch darüber ausgesprochen. Es ruhte kein Segen auf der Unternehmung; die nahen und fernen Besucher blieben bald aus, die Wirthschaft verfiel und da der Rhein schonungslos an der Insel zehrt, ist beinah zu befürchten, daß sie einst ganz seine Beute werden wird.
Nachdem die Freunde sich am andern Morgen getrennt, führte der Freiherr seine Schaar über den Rhein auf das Siebengebirge,

