können; nur einiger Reliquien sei gedacht, die für unsere kleinen Rei­senden großes Interesse hatten. Die merkwürdigsten sind unstreitig die Häupter der drei weisen Könige aus dem Morgenlande, welche in einer mit Marmor reich geschmückten Capelle hinrer dem Hochal­tar, bei Lampenlicht in dem berühmten Reliquienbehältniß gezeigt werden. Obgleich ihres schönsten Schmucks, den mit Diamanten und Perlen besetzten, von massivem Gold gearbeiteten Kronen, wäh­rend ihrer Flucht in der französischen Revolution beraubt, sind sie doch durch frommen Eifer und mühsamen Fleiß so weit wieder her­gestellt, daß sie immer noch einen Gegenstand religiöser Verehrung für gläubige Gemüther, und der Bewunderung für Kunstliebhaber abgeben. Die heiligen drei Könige, Patrone der Stadt Cöln, sind außer ihren Gebeinen und Schädeln noch in anderer, weltberühmter Gestalt im Dom zu sehen, nämlich auf dem großen, alten, 1400 gemalten, in der Chorcapclle aufgestellten Altarbild. Man sieht dar­auf die heiligen drei Könige, das göttliche Kind auf dem Schooß der Mutter anbetend; auf dem einen Flügelbild den heiligen Gereon mit seinen Waffenbrudern, die ihm aus Theben nach Cöln gefolgt waren und alle, 318 an der Zahl, wie die Legende erzählt, hier unter Kaiser Maximilian den Märtyrertod erlitten, um ihren christ­lichen Glauben nicht abtrünnig zu werden. Als Gegenstück, auf dem andern Flügclbild die brittische Prinzessin Ursula, von ihren 11,000 Jungfrauen begleitet, die unter denselben Kaiser, an derselben Stelle das gleiche Schicksal standhaft und gläubig erduldeten. Ueber den Verfasser dieses herrlichen Kunstwerks, das nicht in Oel gemalt, dessen unvergängliche Farben auf weißem Kreidegrund in einer noch nicht ergründeten Manier aufgetragen sind, schweigt die Geschichte, oder gibt vielmehr bloße Vermuthungen, die sich bis jetzt noch nicht bewahrt haben. Die herrlichen gemalten Glasfenster, welche der Kirche im löten Jahrhundert von einzelnen Stiftern geschenkt worden,