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übten eine magische Gewalt auf die Gemüther der Kinder auS. Sie konnten sich von diesem Glanz, von diesem Farbenreichthum nicht losreißen, und standen wie geblendet davor. Nur des Freiherrn Aufruf, ihm auf das hohe Gerüst zu folgen, welches zur Reperatur und Fortführung des Riesenbaues rings um denselben angebracht ist, vermochte sie von der Glasmalerei zu trennen. Mit kindlicher Lust kletterten sie bis zum höchsten Punkt, und freuten sich des Blicks auf die Stadt und den Fluß.
Mehrere Stunden hatten unsere Reisenden nun bereits im Dom zugebracht, und bei Weitem noch nicht alles gesehen, was er Köstliches und Merkwürdiges enthält, weshalb selbst Marie noch länger zu bleiben wünschte. Der Freiherr aber, dem das lange Stehen und Herumgehen immer sehr ermüdete und Frau v. G., eine zarte, schwache Frau, drangen auf den Aufbruch und versprachen ihren Angehörigen, noch ein Mal, und zwar wo möglich zum Gottesdienst hier wieder zurückzukehren.
t Nachdem sied die Gesellschaft durch ein kräftiges Mittagsmahl geirärkt, trat sie ihre Wanderung zum Hause Gürzenich, einem der merkwürdigsten Gebäude Cölns an. Es stammt aus der ersten Hälfte des 15ten Jahrhunderts, und diente bei Bürgermeisterwahlen, großen Hochzeiten und andern öffentlichen Feierlichkeiten, Bankette *) und sonstige Feste darin zu geben. Es hat einen Saal von ungeheurem Umfang, worin sogar Reichstage gehalten worden sind; auch gab Kaiser Maximilian hier mehrere Feste. Seinen Namen verdankt es einem Cölner Bürger, der der Stadt den Raum zum Bau geschenkt. Das Erdgeschoß dient zum Lager- und Waarenhaus. Das ganze Gebäude hat eine Länge von 175, und eine Breite von 70 rheinischen Fuß. Der Tanzsaal nimmt die ganze erste Etage ein und
*) Bankett, großes Gastmahl.

