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sind, da ein jeder täglich mehr Nahrung zu sich nimmt als 30 er­wachsene Menschen. Seit der Erfindung des Schießgewehrs und der Kanonen ist der Elephant zwar im Krieg entbehrlich geworden, wird dagegen aber in Indien desto mehr zu andern Dingen benutzt. Die Einwohner bedienen sich seiner zur Jagd, vorzüglich auf Tiger, und zu mancherlei Verrichtungen. Ein vollkommen ausgewachsener Elephant tragt eine Bürde von 2000 Pfund, gegen 30 Personen in Lragsesseln, schiebt Kanonen und schwere Wagen steile Berge in die Höhe und läuft, trotz des plumpen Körpers, im schnellsten Trab. Auch zeigt er eine große Gewandtheit im Schwimmen, wie er schon bei Hannibals Uebergang über die Rhone bewiesen. Auf den Schiffswerften zu Goa *) arbeitete ein Elephant beim Schiffsbau, und ein anderer diente in Neapel bei einem Mauerer als Handlanger.

Die weißen Elephanten gehören zu den großen Seltenheiten. Man hielt die Verehrung, welche die Siamcscn diesen Thieren bewie­sen, lange Zeit für eine fabelhafte Erzählung aus dem Orient; doch haben erst kürzlich noch neuere Reisende die Sache bestätigt. Solch ein weißer Elephant ist der höchste Stolz der Fürsten, wird als ein Unterpfand des größten Glücks angesehen, von den Ersten des Reichs bedient, und genießt fürstliche und übermenschliche Ehre.

Die Elephanten erreichen in ihrer Hcimath ein Alter von 200 800 Jahren; in der Gefangenschaft sterben sie aber früher, theils weil sie sich über die mangelnde Freiheit grämen, theils weil sowohl das ftemde Clima, als auch die verschiedene Nahrung ver­derblichen Einfluß auf ihren Körper ausüben, der im Auslande nicht ein Mal seine volle Größe erlangt.

*) @oa, an der Westküste von Ostindien. Hauptort der Portugiesen unv Sitz des Gouverneurs ; hat den beste» Hafen in Ostindien, 2 Castclle und 13 Kloster.