jetzt aber durch große Schleußen davon befreit ist. Der Boden ist fast durchgängig durch die trefflichste Cultur in fruchtbares Land ver­wandelt worden, und zahllose Heerden, welche herrliche Butter und den allbekannten holländischen Käse liefern, weiden auf schönen grü­nen Wiesen und Tristen. Nachstdem ist Holland auch das Land der Blumencultur und des Gartenbau's. Man erblickt dort, besonders in der Gegend von Harlem und dem Haag ganze Felder mir Tul­pen, Hyacinthen, Narcissen, Aurikcln und Anemonen. In frühern Zeiten ging die Blumenliebhaberei der Holländer, in's Unglaubliche; sie zogen die seltensten Sorten Tulpen und Hyacinthen, die ihnen auch im Auslande von reichen Liebhabern mit großen Summen (manchmal mehrere tausend Gulden für eine Zwiebel) bezahlt wur­den. Jetzt hat diese Wuth etwas nachgelassen, ovch werden solche Blumen immer noch zu erstaunlichen Preisen verkauft. Wälder gibt es in Holland nicht; nur G.büsche, Weidengruppcn an den Ufern, Obstbäume, Stauden und Hecken. Zum Brennmaterial bedient man sich des Torfs und der Steinkohlen.

Nachdem der Freiherr zwei Tage angewendet hatte, die haupt­sächlichsten Merkwürdigkeiten Utrechts zu besehen, wobei ihm Bvnifaz wegen seiner Kenntniß der holländischen Sprache von großem Nutzen gewesen, miethete er sich und seine Gesellschaft zur Fahrt nach Am­sterdam auf einer Treckschuyt ein. Dieses ächt holländische längliche Fahrzeug gleicht den kleinen Elb- und Saalkähnen, oder den großem Gondeln auf der Alster bei Hamburg, oder auf dem Rhein und hat

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vormals im offnen Zusammenhang mit dem P und der Südcrsee *) stand, und daher dem Spiel der Ebbe und Fluth ausgesetzt war

*) Südcrsee oder Znidersee, ein Meerbusen der Nordsee, von den holländischen Provinzen Holland, Oberyssel, Friesland u. m. Ä. umgeben, in dem sich mehrere Flüße ergießen. Er ist aus feuchten Wiesen und einem Landser entsprungen.