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den ältesten Zeiten mußte sie die härtesten Schicksale erdulden, wurde bald durch die Wuth der Elemente, bald durch innere Kriege zerstört, wuchs dabei aber immer kräftig empor, und ließ die Wimpel ihrer Schiffe auf allen Flüssen und Meeren wehen. Erst mit dem 16ten^ Jahrhundert beginnt jedoch die Epoche des höhcrn Glanzes der Lrtadt Amsterdam. Nachdem das spanische Joch zerbrochen, eine Menge der reichsten Familien aus dem unglücklichen, belagerten und geplünderten Antwerpen ausgewandert, erweiterte sich ihr Gebiet, und in einigen Jahrhunderten verwandelte sich das namenlose Fischerdorf in den Wohnsitz von 230,000 Menschen. Es erforderte eine ungeheure Thätigkeit und großen Aufwand von Menschenkraft, dieses alles zu schaffen, Seen und Moräste auszutrocknen, ganze Wälder in den sumpfigen Boden zu versenken, und den steinern Gebäuden Grund zu verschaffen. Das später erbaute Rathhaus bedurfte allein einer Unterlage von 13,659 Eichstämmen.
Amsterdam ist von drei Seiten mit Wiesen und Landsitzen umgeben, von der vierten vom P eingeschlossen, das den Hafen bildet. Die Stadt hat die Gestalt eines Halbmondes, dessen beide Hörner im Y auslaufen, und wird durch die sie durchfließende Amstel in die alte und neue Stadt getheilt. Man zählt in ihr 12 öffentliche Plätze (von denen jedoch keiner schön zu nennen) und 26,300 Häuser. Unzählige Canäle, über welche 290 Brücken führen, durchschneiden dieselbe und bilden gegen 100 Inseln. Bon der steinernen, mit einem künstlichen Eisengeländer umgebenen Amstelbrücke, welche auf 80 Bogengcwölben ruht, von denen 11 den größten Schiffen zur Durchfahrt dienen, genießt man eine herrliche Aussicht. Prächtige Straßen mit vortrefflichem Pflaster laufen an den großen, mit Linden bepflanzten Eanälen hin, von schönen Häusern mit hohen Spic- gelfenstern einciefapt. Sehr häufig findet man selbst in ganz gewöhnlichen Häusern Wände, Flur und Treppengeländer mit Mar-

