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mor bekleidet, was in diesem Lande, wo fast nirgends ein Stein anzutreffen, doppelt zu verwundern ist. Die holländische Reinlichkeit ist zum Sprüchwort geworden. Waschen und Scheuern nimmt kein Ende. Die hohen Fenster werden von Aussem mit Sprühen abge» spült (in kleinen, engen Straßen die ganzen Häuser) und alles Holzwerk unaufhörlich mit Oelfarbe angestrichen, was in diesem feuchten Clima, wo Nässe und Salpeter zerstörend und auflösend wirken, unumgänglich nöthig ist. Die Reinlichkeit in den Häusern wird häufig so weit getrieben oder vielmehr übertrieben, daß man vor inanchcn derselben Schuh und Stiefel ablegen und in bereitste hende Pantoffeln fahren muß, um Eintritt zu erlangen.
Die Kinder fürchteten mit ihren verstaubten Kleidern und Fußwerk den reinlichen Holländern ein Aergerniß zu geben, und wären aus diesem Grunde lieber bis zum Gasthof gefahren. Dem Frei- herrn aber gefiel das Drängen und Wogen am Landungsplatz. Er nahm daher sein Mariechen am Arm, damit es ihm nicht noch ein Mal gestohlen werde, und gebot den Knaben sich zu den beiden Männern zu halten. Kaum waren sie etwa hundert Schritte gegangen, als Carl, dessen Stiefeln durch einen Fehltritt in eine Pfütze mehr wie die Fußbekleidung der übrigen Familie verunreinigt worden waren, sich plötzlich beim Bein festgehalten fühlte, und einen lauten Schrei ausstieß. Bonifaz, an dessen Arm er sorglos dahin- gcschlendert, sah sich erstaunt nach der Veranlassung des Angstrufs um, und erblickte einen jener kleinen Stiefelputzer, die schaarcnwcis in den holländischen Städten herumzulaufen pflegen, der den schmutzigen Fuß Carls mit fester Hand ergriffen hatte, und trotz allen Wi- derstrebens mit Bürste und Schwärze auf den Stiefel hcrumarbcitete. Ein lautss Gelächter folgte dieser Entdeckung, das sich noch vermehrte, als der Angegriffene mit ängstlichern Ton ausrief: „lieber Junge! es ist ja kein Dreck!" Schon manchmal seit der Uhrscenc in

