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London die wichtigste) bekommen hattm. Herr Möller mußte sich mit Betrübniß gestehen, daß auch hier für seinen Unterricht wenig Zeit geblieben; desto mehr hatten die Tagebücher zugenommen, und Theodor besonders war so treu im Aufzeichnen des Wichtigsten gewesen, daß er mit Amsterdam fast ein ganzes Schreibcbuch gefüllt. Marie schrieb von hier an ihre Freundin Emilie:
„Ich versprach Dir zu schreiben, ehe wir von Amsterdam weggingen und halte mein Wort, so wenig Zeit nii.r in diesem großen, merkwürdigen Ort auch zu einem Brief bleibt. Warst Du noch bei mir wie in Cüln, so konnte ich das Geschriebsel sparen, sahe und hörte Alles mit Dir zusammen, und hätte noch ein Mal so viel Freude daran. Herr Möller meinte zwar, es wäre ein Glück, wenn ich einen Brief zu schreiben hätte, weil ich sonst gar keine Uebung hätte, und mein Bischen Orthographie ganz wieder verlernte; aber so schlimm ist es noch nicht, und ich mache jetzt auch nicht mehr Fehler als in Fahrenbach.
Zuerst muß ich Dir nur sagen, daß ich noch lange geweint habe, nachdem ich in Cöln Abschied von Dir genommen; und gewiß thäte ich es jetzt noch manchmal, wenn mich die Brüder nicht immer so sehr auslachten. Das kann ich aber gar nicht vertragen, und weine daher lieber nicht. — Dann will ich Dir erzählen, daß wir einen neuen Reisegefährten bekommen haben, einen Herrn Bonifaz, Maler aus Düsseldorf, den Papa invitirt hat, mit uns zu reisen, weil er sehr unglücklich ist, und wir ihn alle außerordentlich lieb haben. Anfänglich fürchtete ich mich ein wenig vor ihm, da er sehr finster aussieht, lange, glattgekämmte, auf der Stirn gescheitelte Haare, und einen gar nicht schönen, röthlichen Bart trägt; (außerdem noch einen schwarzen, altdeutschen Rock und bloßen Hals, wie manche Studenten) aber so wie er spricht verliert man alle Furcht, und schon nach ein paar Tagen wäre ich allein mit ihm durch den

