»1<1 geworden; ich konnte aber vor Lachen nicht IN die Huthandlung eintreten, und hatte beim Aufprobiren sicher auch die Zunge hcraus- gestreckt. Darum behielt ich lieber den alten Hut bis Amsterdam, wo man nirgends solche garstigen Fratzen vor den Boutiken sieht, vielmehr alles so elegant, so blank polirt und hübsch aufgestellt ist, daß es mir schon Vergnügen macht, die herrlichen Sachen von Aussen zu betrachten. Hier hat mir der Papa nun nicht allein einen schö­nen Hut, sondern auch ein neues Halstuch gekauft, so daß ich wic-

dicksten Wald gegangen. Dieser Herr Bonifaz ärgerte sich nun in der eisten Zeit über unsern fehlenden Kunstsinn, konnte nicht begrei­fen, baß wir keine sonderliche Freude an schönen Altqrbildern und Gemäldesammlungen bezeigten und gab sich viel Mühe uns, wie er sagte, den-rechten Verstand dafür beizubringen. Mir dem gelehrigen Theodor und mit Gurl, der ja selbst so ein Stück Maler zu sein glaubt, gelang ihm das nun freilich weit besser und schneller als mit mir; doch bin ich jetzt auch schon viel klüger in diesem Punkt geworden, besonders'seit uns Herr Bviüfaz in Nymwegen, wo wir (wegen der Passe) 4 Tage blieben,-und jeden Morgen 3 Stunden lernen mußten, sehr viel Hübsches von den alten, holländischen Ma­lern erzählt hat. Nun weiß ich doch, wie die berühmten Herrn alle heißen.

Stelle Dir nur vor, daß in Nymwegen vor allen Kaufladen abscheuliche Fratzen, die den Leuten die Zunge Herausstrecken, standen. Papa wollte mir einen neuen Hut kaufen, weil der alte gar zu gar-

der ganz stattlich aussehe. Sage dieß Deiner Mamma, die mich immer crmabnte, auf meinen Anzug zu halten. Am Liebsten zöge ich Hosen und Jacke an, wie die Brüder, weil man viel bequemer in solcher Kleidung reist; da ich nun aber ein Mal ein Mädchen bin, muß ick mir es wohl in dem langen Rock gefallen lassen, und er schützt auch vor Wildheit. >