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vollen Anblick gewährt. Breite Canäle durchschneiden die Stadt, denen die Häuser in ganz Holland wie in Venedig die Schauseiten zukehren, wahrend die Straßen weniger des Ansehens gewürdigt werden. Auch findet man viel Landhäuser an derselben, manchmal einen Pavillon dicht am Canal, um die stündlich vorüberfahrenden Schiffe bequem beobachten zu können. Dahin begibt sich dann der Hausvater in den freien Nachmittagsstundcn mit seiner Familie, und genießt schweigsam die Freude, Schiffe und andere Fahrzeuge vorüber segeln zu sehen. Alle Arten von Fahrzeuge sind hier zu sehen, und weit mehr Leben und Bewegung als in Amsterdam, da alles durch Rotterdam muß, was auf dem Rhein, dem Leck und der Maas nach der 2^ Meile entfernten See geschafft wird. Auch liegen beständig Schiffe ein- und ausladend, vor den reichsten Magazinen und Boutiken vor Anker, durch zahllose Zugbrücken mit einander verbunden. Ein ganz neues Schauspiel für die Kinder, was ihnen viel Vergnügen gewahrte. Ehe sie dasselbe jedoch in der Nahe genossen, erlebten sie ein kleines Abentheucr, das reichlichen Stoff zum Lachen gab. Kaum in Rotterdam angekommen, forderte nämlich die Jugend Herrn Möller auf, einen Gang mit ihr durch die Stadt zu machen, wahrend Bonifaz den Freiherrn zu einem Banquier begleitete, mit dem er Geschäfte abzuschließen hatte. Das alleinige Füh- reramt war dem Lehrer, seit der Maler zur Gesellschaft gekommen, nicht wieder übertragen gewesen; und da er sich keines großen Ort- sinns rühmen konnte, verlor er sich bald in ein Labyrinth von großen und kleinen Straßen, aus dem sich kein Ausweg zeigen wollte. Nach langem, vergeblichen Herumlaufen schlug er endlich ein schmales, von hohen Häusern eingefaßtes Seitengäßchcn ein, hoffend, durch dasselbe wieder in die Nähe des Hotels zu gelangen. Beim schönsten Wetter waren sie ausgegangen, daher groß das allgemeine Erstaunen als, kaum in das Gäßchcn eingetreten, plötzlich ein heftiger

