schätz, so wie die unzähligen Reliquien wurden auch m Augenschein - genommen, Ersterer ist sehr groß; da viele tausend Menschen Jahrhunderte lang aus allen Weltgegenden nach dem Grade Carl des Großen gcwallfahrtct sind, ihre Schätze der Kirche als Geschenk darzubringen. Aus dem Dom begab sich die Gesellschaft in das Rathhaus, das angeblich auf demselben Platz steht, wo sonst die alte Kaiserburg, der Palast, in welchem Carl der Große das Licht der Welt erblickte, gestanden. Eine bronzene Statue des großen Kaisers, wie es heißt ein Werk aus dem I4ten Jahrhundert, ist vor dem Rathhaus aufgestellt.
Bonifaz führte seine Freunde in die Gemäldesammlung des Herrn von Bcttendorf, wo sie viele Meisterwerke alter, deutscher Kunst fanden, auch einige vortreffliche Bilder italienischer berühmter Maler. Der Abend wurde im Theater zugebracht; und da die Direktion sich besonders durch großen Pomp, durch vortreffliche Dekorationen, herrliche Beleuchtung und gute Maschinerie hervorthut, pries der Freiherr sich glücklich, ein sogenanntes Spektakelstück, die Stumme von Portici, getroffen zu haben, die seinen Kindern neben der gefälligen, lieblichen Musik, noch die Freude einer sehr brillanten Aufführung für's Auge gewahrte. Beim Nachhausegchen hatte Ma- riechen fast den Arm gebrochen. Die Straßen sind nämlich sehr bergicht, dabei schlecht gepflastert und gar nicht erleuchtet (nur wahrend der drei dunkelsten Wintermonate). Die Stumme hatte bis nach 10 Uhr gespielt, dicke Regenwolken verdüsterten den Himmel und Marie, die in ihrer Begeisterung mehr nach dem „was da fleugt, als was da kreucht" geschaut, siel so derb hin, daß sie sich den Ellbogen aufgeschlagen und die Hand etwas verstaucht hatte. Einen zweiten Fall zu verhüten, nahm sie Bonifaz aus den Arm und trug sie ins Wirthshaus zurück.

