seinen Fußen ein kleines Kästchen, enthaltend etwas Erde, die das Blut des Märtyrers St. Stephan getränkt. Nach der Ausstellung wurde der Körper in einen sehr eleganten antiken Sarkophag von Alabaster gelegt, auf welchem der Raub der Proserpina *) darge­stellt. Dieser Sarkophag wird noch gezeigt; doch von den berühm­ten Todten ist keine Spur mehr darin zu finden. Die Knochen sol­len als heilige Reliquien nach und nach herausgenommen, und nur ein einziges gerettetes Fragment in dem Gewölbe wieder beerdigt worden sein. Sowohl der marmorne Stuhl als auch die kaiserlichen Symbole **) wurden seitdem bei der Krönung von 11 Kaisern ge­braucht, und sind jetzt noch im Domchor zu sehen. Die Kuppel in der Rotunda ***), die sich über des großen Kaisers letzter Ruhestätte majestätisch wölbt, macht einen erhebenden Anblick. Gerade unter dem Mittelpunkt derselben bezeichnet ein Stein mit der einfachen In­schrift: Carolo Magno die Stelle, wo das ehemalige Grabgewölbe war. Ueber den Stein hängt an einer schweren, künstlich gearbeite­ten Kette ein Kronleuchter, Geschenk des Kaisers Barbarossa.

Unsere wißbegierigen Kinder fanden hier solch ein reiches Feld zum Fragen, daß mehrere Stunden in der Kirche zugebracht wur­den, ehe sie sich gehörig von Allem unterrichtet hatten. Der Kirchen-

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dreihundert Jahre, nachdem Kaiser Carl daselbst begraben, Kaiser Friedrich Barbarossa den einbalsamirten Helden durch den Erzbischof von Cöln und den Bischof von Lüttich habe aus dem Grabe neh­men, und zur öffentlichen Verehrung ausstellen lassen. Man fand Carl den Großen im kaiserlichen Ornat in einem Marmorstuhl sitzend, die Bibel auf den Knieen liegend, ein Schwert zur Seite und zu

Proserpina, Königin der Unterwelt, Pluto'S Gemahlin, »*) Symbol, Sinnbild.

***) Rotunda, rundes Gebäude.