36
ren Druck und drängt die leichtere, warme Luft in die Höh. Das Eindringen der kältern Luft in das erwärmte Zimmer, verursacht einen Luftzug, den man zuerst an den Füßen empfindet und gleichsam sehen kann, wenn man ein Licht in die geöffnete Thür halt. Ist das Licht dem Boden nah, so nahet seine Flamme nach dem warmen Zimmer hin, hält man es in der Thür hoch, so ist die Flamme nach dem kalten Zimmer hingerichtet.
Damit, denke ich, ist's unleugbar erwiesen, daß Warme und Kalte in der Luft eine große Veränderung hervorbringen, daß sie von der Warme ausgedehnt und von der Kälte verdichtet wird. Durch diese Wahrnehmung wird sich das Entstehen manches Meteors, insbesondere aber des Windes, erklären lassen.
Jetzt fragte Herr Beresfort seine Söhne, habt ihr, nach diesen vorbereitenden Belehrungen über die Atmosphäre, noch Lust, sie ferner anzuhören? Ich kann es euch im voraus versichern, daß es auf dem Felde der Naturforschung immer interessanter wird und daß man, nach den ersten Schritten, die man gethan hat, nicht zurückweichen muß. Welche Arbeit und Mühe muß z. B. ein Bergmann anwenden, eb er in der Erde bis zu der Erzstufe kömmt, die er sucht und findet! Nur dem unermüdeten Fleiße, dem rastlosen Bestreben, wird der Preis gereicht. Seid ihr doch auch keine kleinen Kinder mehr, die Verdruß und Langeweile befällt, wenn sie nicht sogleich das sehn und hören, was sie wünschen. Erst muß

