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stähle sagte der brave Mann Niemanden ein Wort, um dem jungen Manne nicht für sein ganzes Leben zu schaden; aber der Mutter mußte er die entehrende That mittheilen. Sie zerfloß in Thränen; sie dankte dem edlen Manne, daß er den Treulosen nicht öf­fentlich an den Pranger der Schande stellen wollte.

Der Menschenfreund sagte zu ihr: auch sie hat­ten von der bösen Sache keine Sylbe erfahren, wenn ich der Mutter von dem Verschwinden ihres Soh­nes nicht Rechenschaft geben mußte. Ihr Herz leidet so schon genug, wenn ich's daher hätte verschweigen können, so hätte ich's gethan, um sie nicht noch mehr zu betrüben. Was mir der junge Mensch genommen hat, macht mich nicht arm und Ersatz fordere ich von der leidenden Mutter nicht. Beruhigen sie sich über Unabänderliches, was sie nicht verschuldeten und un- geschehn machen können. Trösten sie sich, da doch zu hoffen steht, daß Adolph zur Erkenntniß seines Un­rechts kömmt, es bereut und als ein gebesserter Mensch an ihr Muttcrherz zurückkehrt, daß dann leicht ver­zeihen wird.

An einem Tage fuhr sie mit einer Freundin in einem Cabriolet spatzieren. Das Pferd wurde auf der Londonbrücke scheu, der Wagen schlug um und sie stürzte mit dem Kopfe so auf den Boden nieder, daß ihr Tod augenblicklich erfolgte.

Trostlos weinten die beiden Söhne noch um die Mutter, als der Onkel Sinclair zu ihnen kam. Für Wilhelms Unterkommen war gesorgt, da sein Lehr-