65

Donnern, kurz die schrecklichsten Töne der Natur und der wildesten Unruh in ihr, was in mir Grausen und Entsetzen erregte. War es mir doch, als ob der Bau der Erde brechen und in Trümmern verwandelt werden sollte. Ich mußte die Augen und das Ge­sicht mit den Handen bedecken, weil ich die schmerz­hafte Empfindung hatte, als ob mir ein Regen von kleinen Kieselsteinen mit aller Gewalt ins Gesicht ge­schleudert würde. Mehrere meiner Leidensgefährten stießen ein lautes Jammergeschrei aus. Dies aber war auch der letzte Akt des fürchterlichen Unwetters. Der Sturm verstummte plötzlich, als ob ihm durch einen Machtbefehl augenblickliches Schweigen geboten würde; die Nacht klarte sich auf; es regnete nicht mehr und nach Minuten umfloß uns das Licht eines hellen Tages.

Aber welche Verheerungen hatte der Sturm an­gerichtet ! Die stärksten Zacken der Baume waren, wie dünne Ruthen, zerbrochen; die größten Baume mit den Wurzeln aus der Erde gerissen und weit weg von ihrem Standorte geschleudert; Fclsenblöcke sah man in die Tiefe niedergcrollt; Höhlen in das lockere Erdreich gewühlt; vielerlei Geflügel lag zerschlagen auf dem Boden umher. Häuser waren in Schutt­haufen verwandelt und bei den Leichen der Todten weinten die Freunde. Für meine Rettung im Freien habe ich dem allmächtigen Retter gedankt.

Alle wünschten es, nie ein solches Ungcwitter, einen solchen Orkan zu erleben. Herr Beresfort aber

5