266 Bewohner Afrika's. Bewohner von Dongvla.
Da die Barabra mehrfach von andern Volker» unterjocht worden, haben sie sich nicht rein, sondern eine Beimischung fremden Blutes erhalten; doch erkennt man, bei genauer Betrachtung, noch die Gesichtszüge der alten Vorfahren, wie sie an den großen Statuen und den Reliefs der Tempel erscheinen.
Das Gesicht ist länglich oval, die, nach der Spitze zu etwas gerundete, Nase schön gekrümmt. Die Lippen sind dick, aber nicht aufgeworfen, die Augen lebhaft. Der Bart ist schwach, das Haar gelockt, aber nie wollig. Der Körperbau ist sehr schön, die Haut bronzefarbig. Alle Dongvlawi sind von mittler Größe.
Obgleich viele Barabra das Arabische sprechen, halten es doch nur wenige freie Araber ihrer würdig, das Berberische zu lernen, und beide Völker leben von einander getrennt, so daß eheliche Verbindungen zwischen beiden, bis jetzt, sehr selten sind.
An den eingewanderten Arabern bemerkt man theilweise die Gesichtsform ihrer Urältern. Die Stirne steht etwas hervor, und ist durch eine Vertiefung von der schön gebogenen Nase getrennt. Der wohlgeformte Mund hat kleine, nie aufgeworfene, Lippen. Das Kinn ist zugerundet, der Bart ziemlich stark. Die lebhaften Augen liegen tief. Das Haar ist wenig, oder gar nicht, gelockt, die Hautfarbe heller, als die der übrigen Landcsbe- wohner. Die Größe beträgt etwas mehr als das Mittel.
Sie wohnen, wie ihre Vorfahren, unter Zelten, und treiben Viehzucht. In der Provinz Schaiki (Scheygya) treiben die Araber schon seit langer Zeit Ackerbau durch Wasserräder, mit welchen man das Nilwasser auf die Felder leitet, und haben feste Wohnungen, was in neuerer Zeit auch bei einigen Araberstämmen der Provinz Dongola der Fall ist.
In der Kleidung unterscheiden die Barabra und Araber sich nicht von einander. Die Männer haben ein großes, baumwollenes, mit Fett und Schmutz reichlich versehenes, Tuch um die Schultern und Lenden. Die Haare triefen von Butter, sind in kleine Zöpfe geflochten und hängen so auf den Nacken herab. Bei ihren Sandalen sind die Sohlen und das Rie- menwerk aus einem Stücke Leder. Am linken Oberarme haben alle ein kurzes Messer, und einige, in Leder eingenähte, Zauberformel», und manchmal auch noch eine kleine Zange, um Splitter herauszuziehen, angebunden. Dazu kömmt öfter noch ein ausgehöhltes Stück Bockshorn, welches ein Gemisch von Krokodil-Moschus mit anderen starkriechenden Gegenständen enthält. Dieses Horn hält man, von Zeit zu Zeit, unter die Nase.

