Bewohner Afrika'6. Bewohner von Dongvla. 267

Geht der Berber über Feld, so hat er ein gerades (in Deutschland ge­machtes) Schwert, welches an einem kurzen Riemen quer über den Arm hängt.

Die Araber haben ihre Waffen immer bei sich, und in der Regel zwei Lanzen. Die Schilder sind länglich, von schwarzem Antilopenleder, selten von Elefanten- oder Hippopotamushaut.

Die Meliks haben, als Auszeichnung, ziemlich hübsch gearbeitete, sil­berne Griffe an ihren Schwertern.

Die Weiber tragen auch ein weißliches, selbstgemachtes, Baumwollen- tuch, welches am Saume mit einem breiten rothen Streifen verziert ist, und, wie bei den Männern, über die Schultern geworfen wird. Manchmal bedecken sie mit diesem Tuche auck die hintere Hälfte des Kopfes, und wenn sie Arbeiten verrichten, bei welchen sie die Arme frei haben müssen, schür­zen sie es blos um die Hüften. In Ohren und Nasen tragen sie dicke sil­berne Ringe. Goldene Nasenringe sind selten, und werden nur bei Bor- uchmeren angetroffen. Die Wohlhabenden tragen auch an den Armen und Füßen silberne Spangen, und silberne Glöckchen, mit Korallen geziert, machen sie an die dünnen Zopfe ihrer Haare, die auf die Schulter», oder auf den Busen herabhängen. Glasperlen, Bernsteinkugeln und silberne Fingerringe werden auch häufig getragen; eben so schätzt man längliche, ge­streifte Stücke Agat sehr hoch. Diese Stücke heißen Som mit, und wer­den um so höher geachtet, wenn die Grundfarbe schwarz ist, und die Streifen weiß sind. Die Sommite gelten im ganzen östlichen Theile des heißen Afrika's als der kostbarste Schmuck, besonders wenn man ihnen einige wunderthätige Eigenschaften zuschreibt.

Die Schönen, welche sich gerne putzen, färben ihre Nägel und das In­nere ihrer Hände mit Hennablättcrn roth, und die Augenlieder und Lippen machen sie schwarz.

Die Knaben gehen bis ins zehnte Jahr nackt, dann winden sie Lappen um die Hüfte, die Mägdchen haben bis zu ihrer Berheirathung um die Lenden einen ledernen Gürtel mit Troddeln, und um die Weichen tragen sie eine Schnur mit Karniolstücken.

Ackerbau ist die vorzüglichste Beschäftigung der Barabra. Der größte Theil des von ihnen angebauten Bodens liegt aber so hoch über dem Nile erhaben, daß das Flußwaffer, wenn der Strom austritt, die höchsten Stellen nicht erreicht, weshalb diese, so lange sie besäet oder bepflanzt sind, künstlich bewässert werden müsse». Tritt das Hochwasser des Nils nicht über den mittlern Stand, welchen es gewöhnlich zu erreichen pflegt, so