268 Bewohner Afrika's. Bewohner von Dongola.

tritt Mangel an Viehfntter ein, und die armen Thiere können bann bei der schlechten Nahrung ihren Dienst nicht versehen, wie sonst. Zu jedem Wafferrade, mit welchem man das Wasser aus dem Strome in die Höhe hebt, um es auf die Felder zu leiten, hat man wenigstens sechs Stück Rindvieh nöthig, wovon jedes Paar täglich fünf Stunden arbeiten muß.

Die Bestellung der Äcker geschieht so: Man zieht, nachdem man den Boden geöffnet hat, Vertiefungen durch denselben, und theilt ihn so in Vierecke, bestreut ihn dann mit Erde, und läßt später Wasser in die Furchen.

Jährlich ärntet man zweimal, aber nicht von demselben Stücke Feld. Man säet nämlich zum ersten Male im September, gleich nachdem das Hvchwaffer nachgelassen hat, und ärntet dann im Januar. Früher säete man nur Durra, Mais und Doghen; seit der türkischen Statthalterschaft auch Waizen und Gerste. Am Saume des Ufers gedeihen Bohnen ohne künstliche Bewässerung. Zu jedem Wasserrade gehört ein kleiner Distrikt, auf welchem man Baumwolle, Taback und Zwiebeln pflanzt.

Der großen Fruchtbarkeit ungeachtet, bleibt den Ackerbauern ein sehr geringer Ertrag, da sie von jedem Wasscrrade so viel Steuer zahlen müssen, daß alle Billigkeit dadurch überschritten wird; denn die Abgabe von einem solchen Rade an die Regierung belaufen sich auf eilf Dukaten jährlich, wäh­rend sie früher, bei theueren Fruchtpreisen kaum zwei Dukaten betrugen. Daher schmachtet das Volk in drückendster Armuth, und hat oft weiter nichts, als Bohnenblätter in Wasser gekocht, auf welche etwas Bomien- brühe gegossen wird, ferner Durrabrod. Fleisch kommt in mehren Gegen­den nur auf den Tisch der Leute, wenn eine höhere Person gestorben, der zu Ehren die Verwandten eine Kuh schlachten müssen.

Die Schafe sind fast alle zu Markt gebracht, und von der türkischen Besatzung verzehrt worden. Die Wolle dieser Thiere benutzt man hier nicht, näht aber die gcgärbten Felle zusammen und gebraucht sie auf der Reise als Betten. Pferde sind jetzt außerordentlich selten und man kann die vortreffliche Raffe der dongolakischen Pferde als erloschen ansehen. Früher tränkte man hier die Füllen, welche an den Stuten sogen, bis ins dritte Jahr mit Kuhmilch, und gab ihnen außerdem nur Durra und trockenes Durrabrod zum Futter. Jetzt haben die armen Leute nur noch wenige Ziegen und Hühner, außer den Eseln, welche noch häufig, aber von schlech­ter Art sind. Kameele sind bei den Ackerbauern sehr selten, und die, welche sie haben, sind schlecht. Die Wohnungen bestehen aus einem Gerippe von Baumsbammen, welche mit Strohmatten, oder mit Durrabündeln behängt