Bewohner Afrika's. Bewohner von Dongola. 269

sknd. Wenn die Termiten die Versetzung einer solchen Hütte nöthig machen, kann man dieselben sehr schnell von einer Stelle zur andern schaffen. Bricht aber in diesen leicht entzündlichen Wohnungen einmal Feuer aus, so greift es überaus rasch um sich, und zerstört die Dörfer mit außerordentlicher Schnelligkeit. Der Hausrath dieser armseligen Hütten ist sehr einfach, und besteht aus einigen Bettstellen, welche aus Dattclstricken oder Lederstreifen geflochten sind. Aus mehren Strohmatten, einer Steinplatte, worauf das Getraide gemahlen wird, einer flachen Pfanne aus Lehm, auf welcher man das Brod bäckt, einigen flachen Schüsseln (die aus Dvmpalmen geflochten sind), einem großen irdenen Gefäße zur Aufbewahrung des Wassers, einigen kleinen irdenen Kochtövfen, einigen Kürbisflaschen, in welchen man die Butter aufbewahrt, einigen Kürbisschalen, worin man die Speisen anbietet, und einem Gefäße, worin man die Haarpomade aufhebt. Außerhalb der Wohnungen stehen auf Steinen hohe Zilinder von Lehm, deren Deckel man fest verschließen kann, und in welchen man die Borräthe, als: Ge­traide, oder Baumwolle und Anderes aufbewahrt: um sie gegen Mäuse und Insekten zu schützen.

Den größten Theil des Jahres bringen die erwachsenen Barabra ganz im Müssiggange hin, und auch die Handwerker, welche das Eisen schmie­den, die Wasserräder und Wasser-Fahrzeuge verfertigen, oder Weberei trei­ben, arbeiten täglich höchstens zwei bis drei Stunden. Die Knaben und Skla­ven müssen die Ochsen am Wasserrade antreiben, die Wafferrinnen öffnen und schließen, und die Bögel vom Getraide fortjagen. Die Weiber haben mehr zu thun, und wenn sie auch mit ihrer Haushaltung, wo sie blos das Getraide zu mahlen haben, bald fertig sind, liegt ihnen ob, das nöthige Wasser zum Kochen und Trinken oft aus sehr großer Entfernung herbeizu­schaffen, ferner das Getraide zur Zeit der Ärnte abzuschneiden und nachher auszndreschen, und ferner die Baumwolle zu reinigen und zu spinnen.

Da seit der türkischen Regierung sämmtliche Flußfahrzeuge dieser ge­hören, werden die Barabra häufig zu Frohndiensten genommen, um die Kähne flußauf- und flußabwärts zu ziehen.

Während ihres Jungfrauenstandes, oder kurz nach ihrer Berheirathung sind die Weiber der Barabra, sowohl von Gesicht, als von Körper schön, wenn sie aber einmal verheirathet sind, und die Arbeiten des Hauses und Feldes auf ihnen lasten, verwelken sie sehr bald. Das Mägdchen wird im zehnten oder elften Jahre verheirathet und von der Mutter gekauft. Auf Zuneigung kömmt es beim Heirathen nicht an. Früher kostete ein Mägd­chen 12 bis 15 Dukaten, in neuerer Zeit sind sie aber wohlfeiler geworden,