Der Betelpfesser.

Zu Manila, auf der Insel Luzon, ist das Kauen des Betels noch mehr im Gebrauche, als in Deutschland das Tabackrauche». Den berühmten Betelpfeffer pflanzt man daselbst in Gärten, und genießt die Blätter dessel­ben, stets in Verbindung mit etwas Kalk, mit der Areka-Nuß. Einen so zubereiteten Bissen nennt man im Spanischen Buyo, oder Hitchaco (spr. Itschako) in der Sprache der Tagaler. Die Nuß der Arekapalme heißt im Tagalischen Ztmo oder Icmo.

Die Buyos bereitet man so zu:

Man schlägt die Areka-Nuß in kleine längliche Stückchen, bestreickt die Blätter des Betelpfeffers (Piper Beile) mit etwas rohem Kalke auf der in­nern Seite, und wickelt sie in schmalen Streifen um die Stücke der Nüsse. In jedem Hause und jeder Familie findet man einen Teller, oder ein klei­nes Kästchen, um die Buyos für den Tag aufzubewahren, und jedem Ein­tretenden bietet man davon an. Die Menschen, welche im Freien find, haben Dosen, oder Taschen bei sich, in welchen sie die Buyos aufbewahren. Gewöhnlich machen die Frauenzimmer am Vormittage die Buyos, welche, außer von den Eingeborenen, auch von vielen Europäern gebraucht werden.

Bewohner Australiens. Bewohner der Filippinen. 391»

man einen außerordentlichen Untersckied. Manila's Damen find viel läsfi- ger und bequemer, als ihre Landsmänninnen in Peru und Chile, und hal­ten weit nicht so sehr auf feinen Anstand. Im gewöhnlichen häuslichen Leben haben sie die Tracht der Tagalerinnen angenommen, die für ihren gesellschaftlichen Zustand hücl'st unanständig erscheint. Selbst die Frauen der höchsten Staatsbeamtcten gehen im Hause barfuß, und man kann oft bemerken, daß die feinen Damen, welche Vormittags umherfayren, in Pan­toffeln, mit bloßen Füßen, aus dem Wagen steigen, und dabei die Kleider viel höher aufheben, als nöthig ist.

Auch hier herrscht, wie in Südamerika, die Sitte, daß man Abends in die Familienzirkel geht, wo die Damen, von fremden Herren umringt, zur Guitarre fingen.

Obgleich die liebenswürdigen Tagaler sich durch die größte Ordnung und Reinlichkeit auszeichnen, lustig unter sich in sehr großem Wohlstände Wohlleben, werden sie doch, die einstigen Herren des Landes, von den Spa­niern mit Geringschätzung behandelt, weshalb sie die Fremdlinge bitter hassen. Die Tagaler müssen eine übermäßige Anzahl von Geistlichen, die fast nichts zu thun haben, mästen, geben aber doch gerne von ihrem Über­flüsse ab.