400 Bewohner Australiens. Bewohner der Filippinen.

Auf allen Märkten und Straften wird Buyv verkauft, und wo man Ta< gaker sieht, sieht man auch Betel kauen. Die, welche es vermögen, nehmen alle Stunde eine neue Buyo in den Mund, an welcher sie beinahe eine halbe Stunde kauen und saugen. Gleich nach dem Essen nimmt man eine Buyo und raucht eine Zigarre darauf, und im Innern der Insel besteht ein täglicher Arbeitslohn zuweilen aus einer Menge Reis und einer Anzahl von Zigarren und Buyos.

Die Blätter des Betelpfeffers sind herzförmig, groß und schön, und man sieht auf dem Markte in Manila große Körbe voll davon, und ver­kauft sie duhend- und Hundertweise. Den Kalk, welchen man zur Buyo gebraucht, gewinnt man aus Korallen und Muscheln von der Küste.

Obgleich die Bewohner des Orients den Geschmack des Betels überaus angenehm finden, finden ihn Europäer, die ihn an Ort und Stelle versucht haben, doch sehr stark, von sonderbarem Gerüche und scharfem bitterem Geschmacke.

Das Kauen des Betels ist eine höchst eckelhafte Sitte. Wenn man einige Jahre Betel gekauet hat, erhalten die Zähne und das Zahnfleisch eine dunkelbraune Farbe, und es fließt immerfort Speichel aus dem Munde.

Betstunde und Gottesdienst zu Manila.

Die Zeit der Betstunde wird nirgend heiliger gehalten, als zu Manila. Wenn man sich am Abende auf der Promenade befindet, und die Betglvcke läutet, so steht alles still; die Wägen halten, die Reitenden nehmen den Hut ab. Landleute und Mönche, Soldaten und Kaufleute, stehen nebenein­ander und beten. In den Häusern beten die Frauen mit den Kindern so laut, daß man es in weiter Entfernung hören kann. Auf dem Lande bei den Jndiern fällt Alles auf die Erde, und die großen und kleinen Kinder, so wie die ganze übrige Familie wenden sich mit dem Gesichte zur Mutter, oder überhaupt zum ältesten Mitglicde des Hauses, welches vorbetet. Nach geendigtem Gebete küssen die Kinder der Mutter die Hand und wünschen, das Knie beugend, gute Nacht.

Den Glanz des Gottesdienstes sucht man auf gleiche Weise zu heben, und selten vergeht ein Tag in der Woche, an dem nicht einige Kirchen auf das Brillanteste von Außen mit Lampen erleuchtet sind, besonders am Sonnabend Abende. Die Illumination sieht sehr gut aus, und gleicht, aus der Ferne betrachtet, einem Feuermeere. Meist ist bei diesen Feierlichkeiten auch Musik.