430 Bewohner Australiens. Bewohner von Neuseeland.

Die Schweine sind von Cook eingeführt worden, und haben sich außer­ordentlich vermehrt; dessen ungeachtet wird ihr Fleisch nur selten gegessen.

Das Fleisch der Hühner, welche Böge! in der neuesten Zeit von den Europäern eingeführt sind, liebt man nicht sehr. Die Hühner hat man Kakatua genannt. Die Hähne liebt man sehr, weil sie lange, glänzende Federn haben, und krähen; ja man hat sie so gern, daß man bei Kriegs­zügen einige davon mit auf die Pirogen nimmt.

An Wassergeflügel, auch an manchen Arten Landvögel ist kein Mangel, besonders aber ist das Meer, an den Küsten Neuseelands, ungeheuer reich an schönen und köstlichen Fischen, die man im Sommer ganz frisch ißt, nachdem man sie gerostet, oder in irdenen Öfen gebacken hat, beim Anrücken des Winters aber an der Sonne in großer Menge trocknet. An Muscheln und Schaalthieren ist ebenfalls kein Mangel.

Wird einmal ein Wallfisch oder ein anderes Thier dieser Gattung an die Küste geworfen, versammeln sich die Anwohner in großer Zahl bei dem­selben, genießen das Fleisch als Leckerbissen, selbst wenn es schon faul ist und stinkt, und nähren sich einige Tage davon. Selbst die Neuseeländer, welche in Bildung schon weiter vorgerückt sind, genießen das Fleisch dieses Thieres immer noch gern, und es ist nicht selten der Fall eingetreten, daß sich Stämme die blutigsten Kämpfe um einen gestrandeten Wallfisch gelie­fert haben. Auch das Fleisch des Haifisches schätzt man hoch.

Eine gräßliche Sitte ist es, das Fleisch der gefangenen Feinde zu ver­zehren. Den Sklavinnen geht es nicht besser; wenn sie sich gegen ihren Herrn und Gebieter, oder dessen Familie nicht treu und anhänglich bewei­sen, und in einem Anfalle von Leidenschaft von ihrem Herrn einen tödt- lichen Schlag erhalten, so werden sie aufgezehrt. Ein solcher Fall, den ich in meinem Jahrbuche der Reisen nach Carle mitgetheilt habe, darf vielleicht hier einen Platz finden. Er lautet so: Von diesem abscheulichen Gebrauche hatten die Reisenden Gelegenheit, sich durch Augenschein zu überzeugen, obgleich die Eingeborenen, da sie den Abscheu der Europäer vor dem Kanni­balismus kennen, all' derlei Vorkommenheiten möglichst geheim zu halten pflegen. Atvi hatte am Abende bei ihnen einen Besuch abgestattet, und ein Mägdchen bemerkt, das für sie Holz trug, und, wie er sagte, seine ent- laufene Sklavin war; er bemächtigte sich sogleich ihrer Person, und übergab sie seinen Leuten. Sie dachten nicht mehr an den Vorfall, als am Morgen darauf Kapitän Duke erfuhr, in Mar-to-we sei eine Sklavin gelobtet worden, und im Augenblicke werde das Fleisch von ihr gebraten. Ent­schlossen, der Sache auf den Grnnd zu kommen, brachen sie alsbald auf