stand ein Knabe, welcher lachte; er deutete mtt den Fingern nach dem Kopfe, und wies nach einem Busche. Der Maler trat hinzu, und stehe da, er erblickte ein menschliches Haupt, an dem er mit Entsetzen die Züge des unglücklichen Mägdchens erkannte. Während er da stand, betroffen von dem furchtbaren Anblicke, sprang ein großer Hund, der vor dem Feuer lag, auf, und lief mit dem Kopfe der Unglücklichen in das Gebüsch. Der Mann besorgte sein Geschäft mit vollkommener Gemüthsruhe, und machte dabei gegen die Fremden die Bemerkung, die Mahlzeit werde erst in einigen Stunden fertig sein. In diesem Falle war keines Kriegers Fleisch zu essen, keines Menschen Blut zu trinken, um sich zum Todesmuthe zu begeistern, da war keine Leidenschaft, die sich entzündet hatte durch den Kampf, keine Beleidigung, welche Rache heischte, nicht die Einbildung, einen Triumf noch zu verherrlichen durch Berzehrung des Feindes. Der Häuptling Atoi hatte erst vorige Nacht vier Schweine um einige Pfund Pulver verkauft, und so konnte er die That nicht einmal mit Mangel an Nahrung entschul­digen. Sie beschlossen, zu Atoi zu gehen, und ihm seine Barbarei vorzu­halten. Er empfing sie in seiner gewöhnlichen Weise, und sein schönes, offenes Gesicht hätte nimmer den wilden Barbar vermuthen lassen, als den er sich eben erst bewiesen. Atoi stellte sich zuerst an, als ob er von Allem nichts wisse, und es blos ein Mahl für seine Sklaven sei; aber durch Fragen in die Enge getrieben, gestand er endlich frei, daß er nur auf die Bestel­lung der Küche warte, um selbst an dem Bankette Theil zu nehmen, wozu man seine Sklaven eine ungewöhnliche Menge von Pataten zubereiten sah. Er setzte hinzu, Menschenfleisch müsse länger am Feuer bleiben, als ein anderes; wenn nicht hinlänglich gar, sei es zähe, wenn aber genug gekocht, zart wie Papier (er hatte ein Stück Papier in der Hand, das er zur Be­leuchtung seines Satzes zerriß); vor dem nächsten Morgen werde das Fleisch nicht fertig. Hier lispelte eine von seinen Schwestern dem Maler in's Ohr, ihr Bruder wolle sie täuschen, der Schmaus solle um

Bewohner Australiens. Bewohner von Neuseeland. 431

einem Umwege nach dem Dorfe auf. Die Nachricht war nur zu gegründet gewesen; denn sie überraschten die Eingeborenen mitten in der gräßlichen Arbeit. Unmittelbar vor dem Dorfe war eine Anhöhe; hier fanden sie einen Mann, im Begriffe, einen in vier Theil zerstückelten, menschlichen Körper zum Mahle zuzubereiten; die Knochen waren herausgenommen, und auf die Seite geworfen, und das Fleisch, zusammengepreßt, sollte eben in den Ofen geschoben werden. Ein solcher Ofen ist nichts anderes, als ein einfaches Loch, das in den Boden gemacht, mit heißen Steinen belegt, und dann zugedeckt wird. Blutige Matten lagen umher, und daneben