Bewohner Australiens. Bewohner von Neuseeland. 433

Männer hatten alle Zubereitungen der Eingeborenen zu Etwas, das diese als ein Nationalfest betrachteten, zerstört; sie hatten es in Gegenwart einer großen Zahl bewaffneter Häuptlinge gethan, die gekommen waren, daran Theil zu nehmen. Bei kälterer Überlegung mußten sie sich gestehen, daß ihr Unterfangen jedenfalls sehr unklug gewesen, indem sie auf diese Weise die Wuth der Wilden reizten. Eine solche Beleidigung, von einem feindlichen Stamme verübt, hätte Hunderten das Leben gekostet; da aber das Unterfangen gelang, so ist es ein um so stärkerer Beweis des Einflusses, welchen die weißen Männer bereits über diese rohen Horden erlangt haben. Am folgenden Tage besuchte sie König Georg, und es wurde lange über die Sache gesprochen; er mißbilligte ihr Benehmen sehr.Einmal," sprach er,thatet Ihr ein närrisch Ding, so Euch das Leben kosten konnte, und dann erreichtet Ihr nicht einmal Euren Zweck. Ihr vergrübet das Fleisch; als ihr aber fort wäret, nahmen sie es wieder heraus, und jeder Bissen wurde gegessen." Als der Maler, sich dessen zu vergewissern, zu dem Grabe ging, fand er es wirklich leer. Ferner sprach König Georg:Es ist ein alter Brauch, den unsere Vater vor uns geübt, und Ihr habt kein Recht, Euch in unsere Bräuche zu mischen. Ich selbst habe dem Essen von Men- schenfleisch entsagt; aber Ihr dürft nicht von allen Häuptlingen diese Ge­fälligkeit erwarten. Welche Strafe habt Ihr in England für Diebe und Ausreißer?" Nach gehaltenem Gericht peitschen, oder hängen wir sie.Gut, der einzige Unterschied in Euren und unsere» Gesehen ist, Ihr peitscht und hängt; wir erschieße» und essen." Nachdem er ihnen diese Rüge gegeben, wurde er sehr mittheilend über den Kannibalismus. Er erzählte, wie er sich wohl der Zeit vor der Einführung der Pataten und Schweine einer sehr wichtigen Epoche in der Kulturgeschichte von Neuseeland noch erinnere, wie er im Binnenlande geboren und aufgewachsen, und wie ihre einzige Nahrung aus Farrenwurzeln und Kumera's bestanden; wie sie Fische nie gesehen, und wenn sie Fleisch genossen, so sei es Menschenfleisil' gewesen. Gewiß wäre das beste Mittel, ihnen diesen furchtbaren Hang abzugewöhnen, wenn man verschiedene Arten von wilden und zahmen Thie­ren hin verpflanzte, die unter dem milden und schönen Himmel gut fort­kommen müßten. Wüßten sie sich durch Jagd oder Viehzucht hinlänglich Fleisch zu verschaffen, so würden sie sich bald den Kannibalismus abgewöhnen.

Die Sklaven der Neuseeländer genießen auch die Eingeweide der Thiere, welche von den Europäern weggeworfen werden. Faulen Zwieback ver­schlingen sie mit Gier.

Salz oder anderes Gewürz wenden Neuseelands Bewohner bei ihren

K. F. B. Hoffmann's Völkerkunde. 28