434 Bewohner Australiens. Bewohner von Neuseeland.

Speisen nie an. Eben so lieben sie keine gesalzenen Fische und kein Pöckel- fleisch. Als auffallend verdient bemerkt zu werden, daß sie, vor ihrer Be­kanntschaft mit den Europäern, kein einziges geistiges Getränk kannten, und immer nur Wasser tranken. Während sonst überall auf Erden die Wilden und Halbwilden sehr begierig nach den geistigen Getränken der Europäer sind, und fast nicht genug davon bekommen können, verabscheuen die Neuseeländer dieselben, genießen aber sehr gerne alle süßen Getränke, lieben Thee, Kaffee und Chokolade und sind überaus für den Zucker einge­nommen. Sie gewöhnen sich, nach langem Gebrauche, auch an Wein und Rhum, genießen aber beides mit der ihnen eigenen Mäßigkeit, so daß man außerordentlich selten einen Betrunkenen unter ihnen findet.

Die Speisen werden gebraten, oder auf glühenden Kohlen geröstet.

Kleidung.

Beide Geschlechter haben als Kleidungsstücke zwei viereckige grobe Mat­ten, welche so dicht sind, daß sie gegen Wind und Regen Schuh gewähren. Die eine Matte wird gebraucht, um die Lenden darin zu verhüllen, und es reicht dieselbe bis an die Kniee, während die andere über um die Schul­tern gehängt wird, und selten bis auf die Kniee herabreicht. Sitzen die Neueeländer, in ihre Matten so gehüllt, daß nur die Köpfe daraus hervor­ragen, so haben sie große Ähnlichkeit mit Bienenkörben.

Bei Festen und feierlichen Gelegenheiten trägt man feinere Matten, die entweder weiß, und farbig umrändert, oder mit verschiedenen Zeichnun­gen geziert, oder mit Hundsfell besetzt, oder mit den Federn des Vogels Kiwi geschmückt sind.

Kopf- und Fußbekleidung sind nicht gewöhnlich, und nur die Häupt­linge tragen ihre Haare auf dem Wirbel in einem Büschel zusammenge­bunden.

Bei den Kriegern sind die Matten von rother, bei den Frauen von schwarzer Farbe. Die Sklaven tragen die gröbsten Matten.

Bis etwa in's achte Jahr läßt man die Kinder ganz nackt, und die jungen Mägdchen tragen unter den Matten zuweilen einen Gürtel von wohlriechenden Kräutern.

In der neuesten Zeit sind die Neuseeländer sehr bemüht, europäische Kleidung zu erhalten, um sich dadurch ein größeres Ansehen zu verschaffen. Zu läugnen ist es nicht, daß die einheimische Tracht diesen Wilden besser ansteht, als die europäische Kleidung, durch deren Annahme sie nur ver­lieren können.