442 Bewohner Australiens. Bewohner von Neuseeland.

Durch den häufigen Verkehr mit Europäern und die Einführung der Schiesigewehre hat der Karakter dieser Inselbewohner nicht gewonnen; sie find dadurch mißtrauisch, geizig und heimtückisch geworden.

Musik und Tanz.

Die Flöten der Neuseeländer werden, wie bei vielen anderen Bewoh­nern der Südseeinseln, mit den Naslöchern geblasen. Die Töne sind ziem­lich angenehm, haben aber etwas Klagendes. Aus einer Art Leier rufen sie schwache, nicht angenehme Töne hervor. Eine große Seeschnecke dient ihnen als Trompete und Signalhorn.

Den Gesang begleiten diese Menschen mit sehr bezeichnenden Gebärden und drücken dadurch ihre Gefühle sprechend aus. In besonderen Liedern werden der Liebe Freuden, der Schlachten Wuth, der Ahnen Sagen und Thaten, der Verlust von Verwandten und Freunde» und vieles Andere dar­gestellt. Zuweilen schlagen sie zu ihren Gesängen den Takt auf der Brust, wodurch oft ein solcher Lärm entsteht, daß einem die Ohren davon gellen, wenn viele beieinander sind.

In der Regel stimmt einer den Gesang an, und am Ende jedes Verses fällt der Chor mit dem eben bezeichneten Trommeln ein. Fast immer werden die Gesänge von Tänzen begleitet, deren Figuren und Bewegungen genau mit den Worten und dem Maße derselben übereinstimmen. Wie viele Tänzer auch sein mögen, stets werden die Bewegungen und Gebärden mit einer Genauigkeit ausgeführt, als ob sie ein einzelner vollbrächte. Der Tanz der Europäer scheint den Neuseeländern geschmacklos und lächerlich, weil die Paare nach ihrem Dafürhalten nicht im Maße genau zusammen­stimmen. Der Tanz wird mit solcher Leidenschaftlichkeit getrieben, daß sie oft gezwungen sind, vor Mattigkeit auszuruhen. Je wichtiger der Gegenstand ist, auf welchen der Tanz Bezug hat, um so schrecklicher werden die Ge­bärden. Beechey schildert in seiner Reise einen solchen Tanz der Neusee­länder, welche sich aus einem Wallfischfänger befanden, auf Otahaite auf­führten, so:

Der Tanz fand bei Fackelschein Statt, und fing damit an, daß sich die Leute in eine Reihe stellten, ihren Anführer, welcher den Tanzmeister machte, an der Spitze. Die sehr mannigfaltigen Bewegungen waren alle gleichzei­tig, und bewiesen, daß die Tanzenden sehr gut eingeübt waren. Zuerst stampften sie mit den Füßen auf dem Boden, und schlugen sich dann, etwa eine Minute lang, mit den flachen Händen auf die Schenkel, worauf sie den Körper in sehr verschiedene, gezwungene Stellungen brachten, die Köpfe