Bewohner Australiens. Bewohner oon Neuseeland. 443
hin und her drehten, scheußlich grinseten, und gegen ihre gedachten Feinde alle Arten von Schimpfreden und Verwünschungen ausstießen, um ste zum Kampfe herauszufordern. Nachdem ste sich so in eine Art Raserei verseht, schrieen sie gellend, und rannten zum Kampfe vorwärts, der, nach dieser Darstellung, wirklich gräßlich sein muß. Auf die friedlichen Otaheiter machte dies Schauspiel eine solche Wirkung, daß viele von ihnen schon weit früher davon liefen, ehe es zur Schlacht kam, und sich gewiß alle Glück wünschten, daß zwischen ihnen und den Neuseeländern ein so weites Meer sei. Den Schluß des Tanzes machte ein Grablied auf die gefallenen Feinde.
Religion.
Die Götter der Neuseeländer werden Atua genannt. Den Geistern der Verwandten und abgeschiedenen Oberhäuptern erweist man tiefe Verehrung und stellt sie mit den Atua's auf gleiche Stufe. Hölzerne oder steinerne Götzen betet man nicht an.
Nach Einigen sollen Mawi-Mua *) und Mawi-Potiki, zwei Vrüder, von denen der erstgenannte den andern tödtete und verschlang, die Hauptgötter sein. Hieraus ist vielleicht die Gewohnheit entstanden, die erschlagene» Feinde zu verzehren. Nach Andern soll Mawi-Ranga- Rangui der oberste Gott sein, auf diesen Tipoko (der Gott des Zornes und des Todes) folgen, der von allen Göttern am meisten gefürchtet und deshalb auch am meisten verehrt wird. Towaki, der Beherrscher der Elemente, wird ebenfalls hoch geehrt, weil er Stürme und Gewitter macht, wenn man ihn erzürnt.
Mawi-Mua soll die Erde geschaffen, und so lange unter dem Wasser gehalten haben, bis sie an einer Angel, welche an einem ungeheuern Felsen befestigt war, herausgezogen wurde. Mawi-Potiki erhielt die Erde aus den Händen seines Bruders, als sie noch unter dem Wasser war, zog sie an die Oberfläche und gab ihr die Gestalt, welche sie jetzt hat. Er hat die Krankheiten der Menschen unter seiner Obhut, und kann Leben geben, das nur Tipoko zu rauben vermag. Tipoko ist auch unter dem bloßen Namen Mawi bekannt. Diese drei Götter bilden eine Dreieinigkeit.
Der Gott der Zauberei, Hekv Toro, verlor einst seine Frau, suchte sie lange vergeblich, bis er sie in Neuseeland wieder fand. Dann fuhren sie mit einer in den Wolken schwebenden Piroge in den Himmel zurück, an welchem sie jetzt als Sternbild glänzen.
") Mawi heißt Bewohner des Himmels.

