zweierlei Wohnungen, die eine für den Winter, die andere für den Sommer. Die Winterwohnungen sind in der Nähe des Strandes, wo es nicht so kalt ist, an Felsenabhängen, weil man hier zugleich die tzauptbeschäftignng, den Seehundsfang, besser betreiben kann. Es sind Erdhütten, aus Torflagen und Glimmer, 4 bis 6 Fuß hoch ausgemauert, mit platten Dächern versehen, die aus Strauchwerk geflochten, und mit Torf gedeckt sind. Inwendig sind diese Gebäude mit Moos ausgestopft, und durch Pfosten in mehre Räume getheilt. Längs der Wand ist eine Bank, auf welcher man bei Tage sitzt und bei Nacht ruht, die bei den Armen mit Moos, und bei den Wohlhabenden mit Fellen belegt ist. Obgleich der innsre Raum selten über »5 Fuß im Durchmesser hat, wird eine solche Winterhütte doch zuweilen von sieben bis acht Familien bewohnt. Bewohnt nur eine Familie das Haus, so ist die Feuerstelle in der Mitte, leben mehre Familien in demselben, so sind die Feuerstellen an den Pfosten, und auf denselben brennt ununterbrochen eine, mit Seehundsfett gefüllte Lampe, an welcher man die Nahrungsmittel kocht. Solche Lampen sind von Stein, und die Stelle des Dochtes vertritt Moos. Die Fenster, durch welche der Raum der Hütte beleuchtet wird, sind mit Seehundsfellen verklebt, und an Statt
4 Bewohner Amerikas. Die Eskimo's. Die Karalits.
und die heiße, unauslöschliche Rache des schnell beweglichen und bewegten Trvpenbewohners hier unbekannt. Wenn auch die Bewohner des äußersten Nordens, nach Kapitän Roß, gerne nahmen, was ihnen anstand, selbst wenn es ihnen nicht gehörte, sind doch die Eskimo's in Grönland sehr ehrlich erfunden worden. Auch hier gibt sich, wie bei vielen wilden Völkern, die traurige Erfahrung kund, daß Menschen durch das Taufen und durch den Verkehr mit sogenannten zivilisirten Völkern nicht besser, wohl aber schlechter gemacht worden sind, und daß die wilden Heiden sehr häufig rechtlicher nnd edler handeln, als Leute, welche sogenannten gebildeten Völkern sich zurechnen. Da, wohin die Wallsischfänger kommen, und Branntwein, und, was in einem kalten Klima noch schrecklicher ist, eine Leben zerrüttete Seuche verbreiten, sind die einst gut geborenen Einwohner des Landes zank- und händelsüchtig geworden, und hat die Krankheit, welche ihnen aus Europa zugebracht worden, viele bedauernswürdige Opfer gefordert.
Um die Zukunft sind diese Leute wenig besorgt, sie leben für den Augenblick, und meinen, ein jeglicher Tag werde das Seinige geben, sei es Freude oder Plage. So müssen sie zuweilen darben, wenn der rettende Gott ihnen das zum Lebensunterhalt Nöthige versagt, und Seehunde und Wallfische die Küsten verlassen.
Wie die anderen Stämme der Eskimo's, so haben auch die Grönländer

