Eingeborene Südamerika's.

Im nördlichsten Theile von Südamerika wohnen sehr verschiedene Völkerstämme, die sich sowohl ihrem Äußern, als ihrer Sprache nach von einander unterscheiden. Die Zahl der Urbewohner nimmt etwa die Halste der spärlichen Bevölkerung ein. Unter ihnen sind

Wie Chayma-Indianer,

welche zum Theil in Missionen vereinigt leben, Häuser aus Lehm baden, dem sie dnrch eingemischte Lianen Festigkeit geben.

108 Eingeborene Siidamerika's. Die Ehayma- Indianer.

unterrichtet werden können, werden sie Sonntags in der Kirche unentgelt­lich unterwiesen. Es werden nur geprüfte Lehrer angestellt.

Für die Bildung des weiblichen Geschlechtes möchte selbst in Deutsch­land nicht so viel geschehen, als in den vereinigten Staaten, und man ist in den Kostschulen bemüht, die jungen Mädchen auf das Vielseitigste zu unterweisen. Der Preis in solchen Anstalten, welche in der Regel von einer bejahrten Dame geleitet werden, ist hoch; denn man muß in den besseren jährlich 4 bis soo Dollar für eine Tochter bezahlen. An Ortsbiblio­theken fehlt es nicht, und für die Erwachsenen gibt es eine ungeheure An­zahl von Zeitungen, die, wie die Wochen- und Monatsschriften, meist poli­tischen Inhaltes sind. In den Lesekabinetten der größeren Städte werden neben den inländischen auch die besten ausländischen Blätter gehalten.

Die schönen Künste werden natürlich in einem Lande, in welchem es blos auf das Geldmachen abgesehen ist, wenig geachtet. Nur solche Künste, welche für die Bedürfnisse des Lebens wirken, werden anerkannt, und unterstützt.

Die Theater sind an den meisten Orten, besonders an denen, welche im Innern des Landes liegen, erbärmlich, so daß sie den Namen gar nicht verdienen. Auch Baukunst, Malerei und Bildhauerei sind noch sehr zurück, weil man dabei nicht auf Schönheit und Pracht, sondern nur auf den Nutzen sieht. Die Bauwerke aber, welche wirklich zum Nutzen errich­tet sind, sind zum Theil »»gemein großartig.