der Regel stehen die mit Wasser gefüllten Kruge hinter den Gittern, zuweilen aber auch außer denselben, und werden, wenn sie geleert sind, immer wieder gefüllt.
Bewohner des österreichischen Kaiserstaates.
Die Slavonien.
Die S lavonier /oder Slvvenecz) sind von schönem Wüchse, zeichnen sich durch große Mäßigkeit im Essen aus, und können leichter überflüssige oder ausgesuchte Nahrung entbehren, als daß sie, um sich solche zu verschaffen, arbeiten würden. Dem Genusse geistiger Getränke sind sie sehr ergeben, und trinken ihren Pflaumenbranntwein lieber, als ihren guten Wein. Sie sind jähzornig und finden Freude am Rauben und Tvdtschlagen. Im Handel verstehen sie auf listige Weise zu betrügen; doch sind sie dabei treue Freunde, gastfrei und im Kampfe unerschrocken. Da die hiesigen Missethäter, wenn sie die Folgen des Böfen zu fürchten haben, über die türkische Gränze fliehen, und umgekehrt türkische Verbrecher sich nach Slavonien flüchten, so findet hier ein steter Austausch und Wechsel von Mördern und Misse
Bewohncr Eurvpa's. Die Slavvnier. 375
findet. Außer den Springbrunnen findet man Brunnenhäuser, Sebilchane genannt, welches Quellen oder Brunnen sind, an denen besondere Leute und Kruge angetroffen werden, damit den Vorübergehenden frisches, manchmal sogar mit Eis gekühltes Wasser geboten werden könne. Diese Brunnenhäuser sehen gewöhnlich wie ein halbrunder, vergitterter Erker aus; in
thätern Statt, welcher nicht geeignet ist, die grausamen Sitten dieses Volkes zu verbessern. Die Diebsiähle und Räubereien betreffen meistens Vieh, und Viehherden machen den größten Reichthum der Slavvnier aus. Um sich ihre Herden zu erhalten, wenden sie allerlei abergläubische Mittel an. Am Drcikönigstage schneiden sie den Kühen die Hornspitzen ab, und füllen die Höhlungen der Hörner mit geweihten Kräutern, weil sie meinen, dadurch der Viehseuche vorbeugen zu können. An gewissen Tagen schütteln sie die Bäume, verbrennen mehre abgeschnittene Kräuter, um dadurch ihren Herden und Häusern Glück zu bringen. Von ihrem Viehe ziehen sie

