18 Bewohner Amerika s. Die westlichen Eskimo's.

und Fach, und man kann kaum ein Zelt schneller aufschlagen, als hier ein Haus erbaut wird.

Nachdem sich die Eskimo's durch den Stab, welchen man zur Untersuchung der Robbenlöcher anwendet, überzeugt haben, ob der Schnee tief und fest genug ist, ebnen sie den ausgewählten Platz mit einer hölzernen Schaufel, indem sie unten eine feste, nicht weniger als drei Fuß dicke, Schnecmaffe zurücklassen. Darauf beginnen sie in dem Mittelpunkte des beabsichtigten Kreises, der 10 Fuß, oder mehr, Durchmesser hat, verschiedene keilförmige Blöcke von 4 Fuß Länge, die am äußeren Ende einen Fuß dick sind, aus- zuschneiden. Diese Blöcke stutzen sie mit dem Messer genau zu, und legen sie in Schichten, die sich allmählig nach innen neigen, übereinander, so daß das Ganze am Ende eine vollkommene Kuppel bildet. Die Thüre schneidet man von der innern Seite aus, ehe die Kuppel ganz geschloffen ist, und erhält so das Material zur Vollendung des oberen Theiles. In der Zwischenzeit füllen die Frauen die Fugen mit Schnee aus, und die Knaben bauen Ställe für die Hunde. Das Werk wird dadurch vollendet, daß man die Schnecsofa's mit Fellen belegt, und das Eisfenster einsetzt. Zuletzt ist noch der Eingang anzubauen. Dieses, so wie die Errichtung einiger kleiner Hütten zum Unterbringen von Vorräthen, geschieht, wenn das Haus fertig ist. Während des Bauens machen die Kinder den Ältern zuweilen das Bauen nach, und errichten ähnliche kleine Hütten.

Die Eskimo's sind unmäßige Esser. Roß sagt von ihnen, daß sie auch während des Sprechens essen, und nicht nachlassen, so lange es noch etwas zu essen gibt, und sie noch etwas hineinstopfen können. Roß sagt, daß, so oft er diesen Schlag von Vielfraßen auch beobachtet habe, sein Erstaunen dadurch nicht vermindert worden sei, und er sich wiederholt über die Be­ständigkeit des Appetites, die Geräumigkeit des Magens, und die Tüchtig­keit der Verdauungswerkzeuge habe wundern müssen. Er schildert eine

Mahlzeit der Eskimo's

so:Das Gespräch unserer Freunde hinderte sie unterdessen nicht, ihre Kinn­backen in anderer Weise zu gebrauchen. Während des ganzen Tages waren sie damit beschäftigt, das Fleisch von der echeren Hälfte des erlegten Mo­schusochsen zu vertilgen. Davon schnitten sie in langen Streifen schmale Stücke, die sie nach ihrer gewöhnlichen Weise so weit in den Mund hinein­stopften, als sie sich hineinbringen ließen, und dann schnitten sie die Bissen, mit ihren scharfen Messern, vor der Nasenspitze ab, und schlangen die Stücke, gleich gierigen Hunde», hinunter. Der Streifen Fleisch ging hierbei von