Aus dem gleichen Grunde theilte er den Rumpf in vier Theile, und verfügte nachher über die Eingeweide, deren Inhalt er vorläufig trennte. Die Eskimo's essen nämlich diese Theile des Mvschusochsen und Rennthieres nicht, wahrend sie die im Magen der Rennthiere gefundenen Gegenstände als groste Leckerbissen genießen, und dadurch ein eßbares Gemüse zu ihrer fetten Nahrung erhalten, da ja die Natur ihres Landes ihnen keine andere Pflanzenkost liefert.
Das Fleisch des Moschusochsen fand Roß in dieser Jahreszeit (is. April) außerordentlich wohlschmeckend, und bemerkte, daß es nicht den geringsten Beischmack von Moschus hätte, während bei einem früheren (zur Brunstzeit dieser Thiere) der Geschmack dieses Fleisches sehr widerlich gewesen war.
Eheliche Verhältnisse der Eskimo's.
Bei den Eskimo's ist es sehr leicht, eheliche Verbindungen einzugehen, und dieselben zu lösen. So war Roß erstaunt, einen Führer zu haben, der einen Mann Vater nannte, welcher seinem Dafürhalten nach nicht alt
Bewohner Amerika's. Die westlichen Eskimo's. 2l
Unterdessen hatte Roß seine Flinte wieder geladen, und ging wieder vor, um zum zweiten Male zu feuern, als das Thier, wie früher, auf ihn lvsging. Der Eskimo rief Roß zu, »ach dem nämlichen Zufluchtsorte zurückzukehren; da aber Zeit genug war, mit Kaltblütigkeit zu zielen, stürzte das Thier, in einer Entfernung von 10 Fuß, auf die Entladung beider Läufe, zusammen. Der Eskimo jauchzte und tanzte vor Freude über den Anblick des gefallenen Feindes, der sogleich todt war, da die eine Kugel das Herz getroffen, die andere das Schultcrgelenk zerschmettert hatte. Über die Wirkung des Fenergewehres war der gute Mann ganz in Erstaunen verloren. Zuerst untersuchte er die Löcher, welche die Kugeln geschlagen hatten, sorgfältig, und zeigte Roß'n, daß einige durch und durch gegangen wären. Der Zustand der zerschmetterten Schulter erregte das höchste Erstaunen bei ihm, und mit einem Blicke des Entsetzens rief er Roß'n zu : „Now-ek-poke!" (es ist zerschmettert). Obgleich die Jagenden 18 Stunden ohne irgend eine Erfrischung gewesen waren, machte der heißhungrige Eskimo doch keine Anstalt, etwas von dem Ochsen zur Bereitung eines Mittagsessens zu nehmen, indem seine Klugheit größer, als sein Hunger war. Er nahm etwas von dem warmen Blute, mischte es mit Schnee und thaute so viel auf, als zur Löschung seines Durstes nöthig war. Darauf ging er sogleich daran, dem Thiere die Haut abzuziehen, weil er wohl wußte, daß dies nach kurzer Zeit sich nicht mehr bewerkstelligen lassen würde, indem die strenge Kälte bald das Ganze in eine starre Masse verwandeln würde.

