Bewvhncr Amerikas. Die Aglemuten.

Die Aglemuten o-er TschuKtfchen.

Dieses Volk, dessen schon im ersten Theile (S. 2 u. ff.) erwähnt ist, bewohnt den nordwestlichsten Theil Nordamerika's, welcher unter Rußlands Oberherrschaft steht. Der Hauptstamm befindet sich südöstlich von der Be- ringsstraße, in der Nähe der Bristvlbai, an der Mündung des Flusses Nuschegak, wo die Russen eine Niederlassung gegründet haben. Diese Leute sind von mittelgroßem Wüchse, haben regelmäßige Züge, schwarze Kopf- und Barthaare, die straff und nicht gelockt sind. Zu beiden Seiten des Mundes pflegen sie ihre Unterlippen zu durchstechen, und eben so den Knorpel der Nase. Diese Öffnungen verzieren sie mit Knochen, Steinen oder Muscheln.

Die Kleidung besteht, bei beiden Geschlechtern, aus Pelzen, bei welchen die Haare nach außen gekehrt sind. Die weiten Beinkleider der Frauen sind mit den Stiefeln zusammengenähet.

Die hügelförmigen Erdhütten der Aglemuten haben eine Öffnung, damit der Rauch durch dieselben ziehen könne. Das Hausgeräthe, welches mit vieler Geschicklichkeit gemacht ist, ist sehr einfach, und besteht aus thöner- nen, selbstgemachten Töpfen, aus Schalen, Körben, hölzernen Eimern und Trogen.

Der Stamm der Aglemuten oder Ag leg muten ist allen Völkern der Nordwcstküste Amerika's, von der Bristvlbucht bis zum Nvrtonsunde, durch seine Tapferkeit und Grausamkeit bekannt.

Das frühere stete Umherziehen, dessen die Greise sich noch erinnern, der immerwährende Kampf mit anderen Völkern, machte die Aglemuten tapfer und kriegserfahren, verringerte ihre Anzahl aber dagegen, so daß sie, die einst gefürchteten, jetzt bedrängt werden, und von den Kijacht- egmuten, gegen welche sie früher, noch nicht vergessene, Grausamkeit übten, Schutz erhalten. Diese kommen, aus Unversöhnlichkeit, nie in die Wohnungen der Aglemuten, und nehmen nie ein Weib von ihnen.

Die Lebensweise der Aglemuten ist eben so, wie bei den Bewohnern, welche von der Insel Kvdjak nordwärts, gegen die Beringsstraße, wohnen.

Durch Unterdrückung genöthigt, scheinen die Aglemuten friedlich zu sein, obgleich die anderen Völker viel von ihrer Widerspenstigkeit und Bar­barei erzählen.

Dem schamanischen Glauben zugethan, vertrauen sie ihren Zauberern, und fürchten die Teufel, welchen sie, bei ihren Spielen oder sonstigen Ge-